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U15 - Traumatologischer Notfall: Thoraxtauma - Rippenserienfraktur
| Diagnose |
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Die Verletzungsschwere beim Thoraxtrauma ist nicht immer leicht zu beurteilen - wird häufig unterschätzt oder gar nicht erkannt.
| Klinik |
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Prellmarken - Schürfwunden - Krepetation (Stethoskop) und Schmerzen bei Thoraxkompression oder beim
Atmen weisen auf Thoraxverletzungen insbesondere auf Rippenfrakturen hin.
Eine Rippenserienfraktur bedingt eine flache Schonatmung und geht meist in eine respiratorische Insuffizienz über . . .
| Therapie |
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A - Besteht KEINE respiratorische Insuffizienz so werden starke Analgetika - Fentanyl - Dipidolor - verabreicht, um einer schmerzbedingten Schonatmung entgegenzugesteuern. Sauerstoffmaske, venösen Zugang und Ringer (langsam infundieren, wenn keine Hypovolämie vorliegt) verabreichen. Der Patient wird auf die verletzte Seite gelagert und ins Krankenhaus gebracht.
B - Bei zunehmender respiratorischer Insuffizienz infolge Lungenkontusion, bei instabilem Thorax und/oder paradoxer Atmung etc. - Narkose einleiten und endotracheale Intubation - kontrollierte Beatmung mit 100% Sauerstoff.
C - Bei Verdacht auf Spannungspneumothorax
(Patient intubiert, Beatmungsdruck steigt - Pneumothorax, Hämatothorax, Rippenserienfraktur) muss ein
Bülaudrain eingelegt werden.
In Abhängigkeit von den KL-Verhältnissen und der
Schwere der Thoraxverletzung wird kontrolliert beatmet und fraktioniert der PEEP gesteigert.
Ein Pneumothorax sollte ausgeschlossen sein und kann durch ein
fehlendes Atemgeräusch auf der betroffenen Seite diagnostiziert werden,
was aber vor Ort aufgrund
des Lärmpegels (Straßenlärm etc.) nur erschwert möglich ist. Ein Hautemphysem
ist zwar beweisend für eine Lungenparenchymverletzung, nicht aber für einen Pneumothorax.
Der einseitige Pneumothorax
bedeutet noch keine vitale Gefährdung. Wird der Patient allerdings nach Narkoseeinleitung
beatmet, kann sich ein Spannungspneu entwickeln, welcher die sofortige
Entlastung notwendig macht.
Ein Spannungspneumothorax bewirkt eine Mediastinalverschiebung mit
Einflussstauung und eine massive Kreislaufdepression bis zum
Herzstillstand.
Die sofortige Entlastungspunktion
mit einem dicken Venflon und nachfolgender -
Bülaudrainage - ist notwendig.
Beim offenen Thoraxtrauma darf ein eingedrungener Fremdkörper nicht entfernt werden.
Narkose einleiten und IMMER Bülau legen. Die Wunde luftdicht, steril abdichten.