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U53 - Notfallmedizin / Traumatologie: Stromunfall - - Niederspannungsunfall
| Diagnose |
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Niederspannungsunfälle bis 1000 Volt sind Unfälle, welche üblicherweise im Haushalt, im Hobbyraum (220 Volt Netzspannung) oder in der Werkstatt (Drehstrom) verursacht werden (insgesamt etwa 85%).
| Klinik |
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Bei Spannungen - höher 65 Volt - kann der Hautwiderstand überwunden und somit Strom durch den Körper fließen. Wieviel Strom letztlich den Körper durchströmt, hängt vom Hautwiderstand und der Isolationseigenschaft der Kleidung ab.
Ab einer Stromstärke von - 30 mA - Wechselspannung (etwa 80 mA Gleichstrom) kommt es
zur Verkrampfung der Muskulatur, bei entsprechenden Stromweg auch zur tetanischen
Kontraktur der Atemmuskulatur mit respiratorischer Insuffizienz.
Am Herzen treten Rhythmusstörungen auf (Sinusbradykardie, -tachykardie,
VH-Flimmern und Extrasystolen).
Ab etwa - 80 mA - Wechselspannung (etwa 300 mA Gleichstrom)
kann Kammerflimmern ausgelöst werden. Strommarken kennzeichnen die Ein- und Austrittsstelle des Stroms.
| Therapie |
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Vor Beginn der Therapie muss sichergestellt sein, dass sich der Patient nicht
mehr im Stromkreis befindet.
Im Niederspannungsbereich handelt es sich bei 80% um Kammerflimmern,
weshalb die Früh-Defibrillation von besonderer Bedeutung ist.
Da es sich meist um primär gesunde Herzen handelt (Arbeitsunfälle), ist eine prolongierte
Reanimation indiziert und führt auch tatsächlich vermehrt zum Erfolg.
Trotz Stromfluss durch den Körper kommt es aber nicht immer gleich zu Kammerflimmern, des öfteren aber zu Rhythmusstörungen aufgrund fokaler Herzmuskelschädigung oder gar zum Herzinfarkt. Auch wenn der Patient zunächst keine Symptome zeigt, muss eine lückenlose EKG-Überwachung erfolgen! Nach Sicherung der Vitalfunktionen Verbrennungen kühlen und steril abdecken.
Bei Stromunfällen ohne Kreislaufstillstand ist, wenn klinisch keine Symptome bestehen
und das EKG immer unauffällig war, kein weiteres Monitoring mehr notwendig
(Alles-oder-Nichts-Phänomen). Es ist somit auch in den folgenden Tagen nicht
mehr mit Rhythmusstörungen zu rechnen es sei denn, es ist im Rahmen
des Unfalles zu einem Herzinfarkt gekommen. Muskelkontraktionen können Frakturen verursachen.