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U81 - Traumatischer Notfall: Mittelgesichtsfraktur - Kieferfraktur, Zahnluxation
| Diagnose |
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Mittelgesichts- und Kieferfrakturen sind bei Verkehrsunfällen bei nicht angegurteten
Verkehrsteilnehmen häufig, heute aber aufgrund der Gurtenpflicht
und serienmäßig eingebauten Airbag selten.
Sturz aus großer Höhe, Treppensturz und Sportunfälle (Schi-, Radsturz etc.)
sind heute die häufigen Ursachen - nicht selten im Zusammenhang mit einem SHT bzw. Polytrauma.
| Mittelgesicht |
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Mittelgesichtsfrakturen sind typische Hochgeschwindigkeitsverletzungen! Meist bestehen nur geringe sichtbare Weichteilverletzungen trotz ausgedehnten Skelettfrakturen und -dislokationen bzw. -impressionen.
Als Blickdiagnose gelten bei - Mittelgesichtsfrakturen - die Gesichtsasymmetrie und das Monokelhämtom.
Das Brillenhämatom ist ein indirekte Hinweise für eine - Schädelbasisfraktur - auf eine bestehende Rhinoliquorrhoe sollte unbedingt geachtet werden.
Prüfung der Bulbusbeweglichkeit und Doppeltsehen weisen auf eine - Orbita-Jochbogen-Frakturen - hin.
Prüfung einer evtl. abnormen O-Kieferbeweglichkeit - Kieferfraktur - durch
Fassen des O-Kiefers zwischen Daumen und Zeigefinger - evtl. Ertasten einer
Gaumenverletzung
Immer auch auf - luxierte Zähne - achten.
Jede Mittelgesichtsfraktur gehört umgehend in ein traumatologisches Zentrum, da meist
eine interdisziplinäre Versorgung (Neurochirurg, Kieferchirurg, Augenchirurg etc.)
notwendig ist.
Schwere Gesichtsverletzungen mit Beteiligung der Atemwege müssen intubiert werden.
Beachte: Weichteilschwellung und/oder Hämatome können das Ausmaß der Verletzung verdecken. Auch scheinbar harmlose Hämatome können lebensbedrohliche Skelettverletzungen verbergen. Die Intubation ist immer schwierig, da Blutungen, Schwellungen und mögliche anatomische Fehlstellung die Sicht zum Larynx erschweren bis unmöglich machen.


Diese kommen häufig im Zusammenhang mit Schädelbasisfrakturen nach
schwerer Gewalteinwirkung vor (Verkehrsunfall, Treppensturz etc.).
Ausgedehnte Gesichtshämatome mit starken Blutungen, Rhinoliquorrhoe bis zum
Hirnprolaps sind möglich. Protrusio bulbi und Visusverlust sind die Folge.
Intubation und kontrollierte Beatmung anstreben - Intubation kann schwierig bis
unmöglich sein - Schwierige Intubation!!
Es gelten die Therapierichtlinien des - schweren SHT!
Endokranielle Blutungen, Rhinoliquorrhoe und Pneumencephalon erfordern
die dringliche operative Sanierung.


Laterale Mittelgesichtsfrakturen und/oder eine Orbitabodenfraktur zeigen sich durch ein Monokelhämatom und Lidschwellung und evtl. eingesunkene Wangenkonturen auf der Bruchseite. Enophthalmus und Doppelbilder sind möglich.


| Zahn |
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Ein vollständig luxierter Zahn kann erfolgreich replantiert werden, wenn die Wurzelhaut nicht zerstört oder eingetrocknet ist. Hat sich ein Zahn länger als 2 Stunden außerhalb der Mundhöhle befunden, ist ein Replantationserfolg unwahrscheinlich.
Dislozierte Zähne in der Alveole gehen oft mit Abriss des
Nervengefäßbündels an der Wurzelöffnung einher.


| Kiefer |
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Etwa 50% der Gesichtsschädelfrakturen betreffen auch das Unterkiefer.
Deformierung und eingeschränkte Beweglichkeit in Verbindung mit starken Schmerzen
bedingen eine reflektorische Ruhigstellung, die sich als Kieferklemme
manifestiert.
Kiefergelenksfortsatzfrakturen verursachen eine starke Okklusionsstörung mit
frontalem offenen Biss.
Bei der doppelseitigen Paramedianfraktur (= Unterkiefermittelstückfraktur) kommt es zum Zurücksinken des Mundbodens und der Zungenmuskulatur mit schwerer Atembehinderung. Hier ist die Intubation zur Atemwegssicherung angezeigt.
Massive Blutungen aus Knochen und Weichteilen können einen lebensbedrohlichen Schock verursachen und nach Eintreten der Bewusstlosigkeit zur Aspiration führen. Einblutung und Schwellung behindern zusätzlich die Atmung.
| Beachte |
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Die Verletzung der A. facialis kann zu erheblichen Blutverlusten führen - Abdrücken am Vorderrand des M. Masseters - Abklemmen nur wenn unbedingt notwendig!
Bei Einriss der A. maxillaris erfolgt die Blutstillung durch digitale Kompression des
frakturierten und somit mobilen Mittelgesichtsfragmentes gegen die Schädelbasis
(die A. maxillaris ist in Notfallsituationen nicht zugänglich).
Generell kommen nach Reposition von frakturierten Knochenfragmenten die Blutung zum
Stillstand.
Eine Blutung aus einer Alveole nach Zahnluxation oder Zahnverlust
kann durch Tamponade oder Wiedereinsetzen des luxierten Zahnes gestillt werden.
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Notfallmedizin - Traumatologie/Mittelgesichtsfraktur - Kieferfraktur
© 21.11.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
mu-kiefer