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U60 - Traumatologischer Notfall: Hypothermie - Afterdrop


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Diagnose
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  • Alkohol-Vergiftung
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  • Unterkühlung

    Vorrangiges Ziel bei Unterkühlten ist es, eine weitere Abkühlung zu verhindern. Dabei muss der Patient schonend in eine wärmere Umgebung gebracht, von nassen Kleidern befreit (Verdunstungswärme) und in Decken und Alu-Folie eingewickelt werden - Patienten möglichst nicht umlagern - horizontal transportieren, wegen der Gefahr des Afterdrop !


    Therapiekonzept

    Hypothermie-Stadium I (37 - 34° C)

    Kältezittern - Schmerzen - Tachykardie

    Warme Getränke geben!

    Bei erhaltenem Bewusstsein werden warme Getränke verabreicht; eine gezielte Wärmeapplikation ist nicht notwendig. Muskelzittern nicht verhindern, erhöht aber den Sauerstoffverbrauch um bis zu 500%.

    Soll Wärme zugeführt werden, so geschieht das im Notarztdienst durch HIBLER-Packungen. Diese werden beidseits an die Thoraxwand gelegt, da die Wärme so durch den relativ dünnwandigen Thorax direkt dem Körperkern zugeführt werden kann. Die Wärmepackung immer zwischen Decken und Metallfolie einlegen (nicht auf die Haut!).

    Muskelzittern nicht verhindern!

    Hypothermie-Stadium II (34 - 27°:C)

    Apathie - Somnolenz - Muskelstarre - Bradyarrhythmie

    KEINE aktive Erwärmung!

    Weitere Auskühlung vermeiden! Präklinisch peripher KEINE aktive Erwärmung (=Vasodilatation: after-drop). Wärmeisolierung, schonende Umlagerung und Wärmeapplikation an die seitliche Thoraxwand (HIBLER-Packungen). Venösen Zugang legen (V. jugularis externa bevorzugen), Blutzucker bestimmen und O2-Gabe!

    Narkoseeinleitung mit Hypnomidate/Fentanyl - KEIN Lysthenon! Bradykardie NICHT medikamentös behandeln! Beatmung mit herabgesetzten AMV um 60 ml/kg - PEEP 5 cm H2O und EKG-Monitoring. Transport per Rettungshubschrauber anstreben, möglichst in eine Klinik mit Herz-Lungen-Maschine (Graz, Salzburg, München ..).

    Flimmergefahr! - KEINE Zeitverzögerung

    Hypothermie-Stadium III (<27°:C)

    Koma - Kältestarre - Atem/KL-Stillstand!

    Herzmassage 30 - 40 / min!

    KEINE - Defibrillation - weil ohne Effekt? Zurückhaltend oder besser gar keine Medikamente geben, keinesfalls Bikarbonat! Auf intravenöse Zugänge verzichten (unnötige Zeitverzögerung) - keinesfalls zentralen Zugang legen (Kontakt des Katheters mit dem Myokard kann Kammerflimmern auslösen!).
    Reanimation während des Transports weiterführen.
    Zielkrankenhaus muss eine Klinik mit Herz-Lungen-Maschine sein.

    KEINE Defibrillation - KEINE Infusion - KEINE Medikamente!

    Karikatur - Unterkühlung


    Afterdrop

    Therapie
  • Wärmeisolierung
  • Warme Getränke
  • Wärmeapplikation
  • O2-Gabe
  • Intubation
  • Beachte
  • Afterdrop !
  • HLM
  • Auskühlung - In der Phase der Kälteexposition verliert der Organismus kontinuierlich Wärme, einen Teil direkt entlang des Temperaturgradienten von innen nach außen, einen Teil durch Konvektion (Blutfluss). Haut, Fett und Muskelschicht bilden eine Isolationsschicht um den Körperkern.

    Aufwärmung - Wird der unterkühlte Patient in eine wärmere Umgebung gebracht, kühlt der Körperkern trotzdem weiter ab, weil vom Körperkern weiter Wärme an die Peripherie abgegeben wird und durch durch die Bewegungen der Extremitäten (Bergung, Umlagerung des Unterkühlten) kaltes Blut zum Körperkern fließt - Bergungstod (kaltes Schalenblut vermischt sich mit warmen Kernblut) - dadurch kommt es zum Absacken der Kerntemperatur (=Nachkühlung) und Kammerflimmern!

    Notfallmedizin, Eiskletterer - Absturz

    FAZIT - Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass eine Erwärmung der Peripherie als ganzes (z.B. Eintauchen des Unterkühlten in warmes Wasser) nicht zielführend ist und plötzliche Bewegungen durch Umlagerung und Transport den gefürchteten Afterdrop provozieren. Pathophysiologie und Klinik siehe - Unterkühlung



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    Notfallmedizin/Traumatologie: Hypothermie
    Unterkühlung - Afterdrop
    © 2.2.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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