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U10 - Notfallmedizin/Traumatologie: HWS-Verletzung
| Diagnosen |
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Eine HWS-Verletzung mit Verdacht auf Wirbelfraktur bzw. Luxationsfraktur ist nur bei instabiler Fraktur augenscheinlich und äußert sich dann meist durch eine Querschnittsymptomatik.
Fehlt eine Instabilität, so können die Patienten oft noch unter Schmerzen aufrecht stehen oder sitzen; sie klagen jedoch IMMER über heftigen Nackenschmerzen.
| Klinik |
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Neben den immer auch bestehenden starken Schmerzen machen
Sensibilitätsstörungen in den Händen (Beinen) und motorische Ausfälle bis zur Tetraplegie
die Diagnose eindeutig.
Blutdruckabfall und zunehmende respiratorische Insuffizienz können folgen.
Besonders die Helmabnahme ist in dieser Situation nicht einfach. Die unterschiedlichen Verschlussmechanismen am Helm erschweren bzw. verzögern die Helmabnahme (umherstehende Passanten kennen oft die Helme und helfen gerne).
Die Helmabnahme erfordert eine besondere Technik (dabei sind immer 2 geschulte Helfer erforderlich) und gilt als erste Maßnahme auch beim ansprechbaren Patienten, da Erbrechen unausweichlich Ersticken bzw. Aspiration bedeuten kann.
Bevor der Patient noch in der Lage wesentlich verändert wird, muss eine Schanzkrawatte angelegt werden. Danach ist die Bergung mit der Schaufeltrage sehr zu empfehlen und in weiterer Folge natürlich die Vakuummatratze.
| Therapie |
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Wichtig für die Erstversorgung ist die ausreichende Flüssigkeitsgabe - Ringerlösung, die Sauerstoffgabe
über Maske und Vasopressoren (keine Blutdruckregulation mehr möglich bei Sympathikusblockade!).
Insbesondere beim hohen Querschnitt ist ein Blutdruckabfall die Regel und nur mehr
eine Zwerchfellatmung möglich.
Eine Intubation ist nur dann sinnvollerweise anzustreben, wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist, ausreichend zu atmen und/oder im Rahmen seiner Verletzungen das Bewusstsein verliert.
Vor Ort sollte in dieser Situation der Patient flach gelagert und ausreichend präoxigeniert
werden. Ein Helfer sollte den Kopf stabilisieren.
Narkose - einleiten (vorher ausreichend infundieren und Vasopressoren geben) und schonend intubieren- KEIN unnötiger Zug am Kopf!
KEIN Lysthenon verabreichen, sondern den Patienten in tiefe Narkose versetzen.
In der Klinik wird immer die Wachintubation (mit dem Bronchoskop) angestrebt. Dieses Vorgehen kann im Notfalldienst nicht empfohlen werden, da dies nur mit ausreichender Erfahrung ohne Komplikationen möglich ist.


Nahezu immer geht ein Aufpralltrauma, wie es bei Verkehrsunfällen häufig ist mit einem
Schleudertrauma einher.
Die Symptome sind zunächst uncharakteristisch und
treten oft erst Stunden nach dem Unfall in Erscheinung.
Zunehmende Nackenschmerzen - Schwindel - Unwohlsein mit deutlicher Besserung bei Unterstützung des Kopfes durch eine Schanzkrawatte kennzeichnen das klinische Bild. Luxationsfrakturen sind bei fehlenden neurologischen Ausfällen nur durch RÖ bzw. CT auszuschließen (Patient verhält sich allerdings instinktiv ruhig und vermeidet jede Bewegung)
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Unfallchirurgie: HWS-Verletzung
© 3.3.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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