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U61 - Notfallmedizin/Traumatologie: Ertrinkungsunfall
| Diagnose |
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Letztlich ist es die schwere Hypoxie - die bei jedem Ertrinkungsunfall zum Herz-Kreislaufstillstand führt. Die rasche Abkühlung des Körpers während des Ertrinkungsvorganges vermag die Wiederbelebungszeit des Gehirns aber um Minuten zu verlängern. Die niedrige Körpertemperatur und der relativ lange bestehende Kreislauf schaffen günstige Voraussetzungen für einen Reanimationserfolg. Die Wiederbelebungsmaßnahmen müssen sofort begonnen und längere Zeit fortgesetzt werden.
Insbesonders bei Kindern soll der - Tauchreflex - die
Überlebenschancen verbessern.
Bei Eintauchen in kaltes Wasser kommt es reflektorisch zu Bradykardie und
Vasokonstriktion mit Umverteilung des HZV und bevorzugter Perfusion von Herz und Gehirn.
Die Überlebenszeit des Gehirns ist insbesondere bei Kindern wesentlich verlängert -
bis 25 min.
| Therapie |
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Bei Kreislaufstillstand wird unverzüglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Versuche, aspiriertes Wasser aus der Lunge zu entfernen (Lagerung, Absaugen etc.) sind sinnlos und müssen unterlassen werden.
Zügige Intubation und O2-Beatmung mit PEEP bis 10 cm H2O ist anzustreben.
Der PEEP erhöht das Residualvolumen, reduziert den Shunt und verbessert das
Ventilations-Perfusionsverhältnis.
Periphere Venenzugänge sind praktisch kaum möglich.
Ein zentraler Zugang muss angelegt werden - CAVE: NICHT im -
Hypothermiestadium-III -
Medikamentengabe möglichst vermeiden oder niedrig dosieren (Adrenalin).
Beim - Süßwasser-Ertrinken - sollten Elektrolytlösungen verabreicht werden, beim - Salzwasser-Ertrinken - Glucose5%-Lösungen - generell KEINE Plasmaexpander!
Nach KL-Stabilisierung Magensonde legen, um geschlucktes Wasser zu entfernen. Patienten vor weiterer Auskühlung schützen. Bei therapieresistenten Kammerflimmern besteht möglicherweise eine Körperkerntemperatur unter 30°C.
Beim Beinahe-Ertrinken kommt es initial zur Hypoxie und Wasseraspiration. Viele Patienten erholen sich rasch, um dann in wenigen Stunden einer akuten pulmonalen Insuffizienz zu erliegen.
Die Manifestation eines Rechts-Links-Shunts und die Surfactantschädigung sind Spätfolgen und münden letztlich in die Hypoxie. Deshalb immer auch bewusstseinklare Beinahe-Ertrunkene in intensivmedizinische Obhut geben. Insbesonders bei älteren Patienten immer auch an mögliche Ursachen des Ertrinkens denken wie SHT, Myokardinfarkt, Apoplex etc.
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Traumatologischer Notfall: Ertrinkungsunfall
© 30.11.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
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