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023 - Notfallmedizin - Großereignis / LNA: Alarmierungsplan - Krankenhaus
| Voraussetzungen |
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Auf bestehenden Alarmierungsplan aufbauen - Besteht bereits ein Krankenhausalarmierungsplan,
so sollte dieser weiter verwendet und ausgebaut werden.
Führungsstruktur klären - Im Notfall ist keine Zeit für eine Aufteilung der
Kompetenzen. Die Führungsstruktur muss beim Großschadensereignis von Beginn an klar sein.
Checklisten vorbereiten - Ob die prophylaktische Verteilung von Checklisten
sinnvoll ist, muss jedes Krankenhaus für sich entscheiden. Sinnvoll scheint es mir,
in den entsprechenden Räumen Checklisten aufzulegen.
Dadurch könnten auch nicht eingeschulte Personen
entsprechende Aufgaben übernehmen und Handlungsabläufe wie vorgesehen nachvollziehen.
Einfache Anweisungen - Die entsprechenden Anweisungen (z.B. auf den Checklisten)
müssen eindeutig sein.
Übungen - Regelmäßige Übungen, nachdem ein Krankenhausalarmierungsplan erstellt und
den Beteiligten zur Kenntnis gebracht wurde ist unbedingt notwendig.
Herr Notdurfter ist im Krankenhaus Schwarzach als Brandschutzbeauftragter sehr darauf bedacht,
dass möglichst viele Mitarbeiter auch im Atemschutz ausgebildet sind.
Dazu finden jährlich Atemschutzübungen statt.
Einfache Organisation - komplizierte Abläufe sind im Notfall nicht durchführbar.
Keine Umorganisation im Notfall - Während des Ablaufs darf
keinesfalls umorganisiert werden - die einzelnen Abläufe wären dann nicht mehr
überschaubar.
Auch wenn die Organisation im Detail nicht wunschgemäß abläuft, muss
der Organisationsplan wie vorgesehen beibehalten werden.
Raumaufteilung klären -Nicht nur die Wege, sondern auch die Räumlichkeiten
müssen klar aufgeteilt werden. Sogenannte bessere Ideen,
welche eine Umorganisation bedeuten würden sind bei bereits
eingetretenem Großschadensfall nicht zielführend und machen einen
Krankenhausalarmierungsplan in kürzester Zeit unbrauchbar.
Patientenwege klären - das Verkehrschaos am Ereignisort sollte nicht
ins Krankenhaus verlegt werden. Die Wege im Krankenhaus müssen klar definiert sein.
Kapazitäten im Krankenhaus freigeben -
Vorzeitige Entlassung von Patienten um Räume freizubekommen.
Auch dafür muss durch entsprechende Kompentenzverteilung gesorgt werden.
Behandlungskapazität angeben - die Spitals- und Behandlungskapazitäten müssen der Leitstelle
bekannt sein.
Jornalisten sind oft schneller am Notfallort als die Rettungsmannschaften. Die Bevölkerung hat ein Recht auf Information, da auch Angehörige und Freunde sich am Notfallort aufhalten könnten. Jornalisten müssen daher mit Informationen versorgt werden und es sollte von Beginn an klar sein, wer diese Aufgabe übernimmt.
Infrastruktur für Journalisten schaffen -
Wichtig ist es immer auch, den Jornalisten Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und
Essen und Trinken bereitzustellen.
Wird hinreichend Auskunft gegeben, so werden
Jornalisten den Handlungsablauf nicht stören und sind nicht gezwungen,
Vermutungen zu berichten. Auch werden sie nicht versuchen, zu den Patienten
vorzudringen um an Informationen zu gelangen.
Telefone sind im Großschadensfall in kürzester Zeit blockiert. Eine Nachalarmierung ist daher nur nach einem vorher festgelegten Schema sinnvoll durchführbar. Achtung: ISDN-Anlagen sind stromabhängig und Handys im Krankenhaus nicht erwünscht!
Lösung: Gegensprechanlagen oder normale Standleitungen (werden über das Fernmeldeamt mit Strom versorgt) bzw. 5 Schnurlostelefone für den Notfall einsetzen. Verständigung von Ärzten und Pflegepersonal über Rundfunk und/oder durch ein Schneeballprinzip (jeweils 1 Person wird lt. Krankenhausalarmierungsplan beauftragt, 2 weitere Kollegen zu verständigen).
Um Panikreaktionen zu vermeiden und nicht nur Patienten, sondern auch Angehörige und Bekannte zu betreuen, ist unbedingt eine - psychologische Betreuung - einzuplanen. Psychologen des Krankenhauses Schwarzach sind dafür gut vorbereitet. Ebenso sind Telefone einzurichten, wo über die jeweilige Situation Auskunft gegeben werden kann (Telefonnummern über Rundfunk bekanntgeben).
Die hier beschriebenen Anregungen sind bei weitem nicht erschöpft.
Ein Krankenhausalarmierungsplan kann nur dann wirklich funktionieren, wenn
jedes Detail durchdacht und alle Beteiligten miteinbezogen werden.
Nur regelmäßige Übungen und Anpassungen an Veränderungen garantieren einen effizienten Ablauf im Notfall.