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U50 - Notfallmedizin/Traumatologie: Verbrennungstrauma - Brandverletzung
| Diagnose |
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Vorrangiges Ziel bei thermischen Hautschäden ist es, das
Nachbrennen zu verhindern.
Neben der Sicherung der Vitalfunktionen und Rettung aus dem Gefahrenbereich ist
die sofortige Kühlung der Verbrennungsareale entscheidende Erstmaßnahme.
A - Durch Kühlung mit Lösch- bzw.
Leitungswasser (oder Infusionsbeutel) kann das Nachbrennen in tiefere Hautschichten verhindert werden.
Zusätzlich wirkt die Kühlung
hervorragend analgetisch und vermindert die posttraumatische Schwellung.
Die Kühlung muss aber mindestens über 10-15 min erfolgen und sofort begonnen werden.
Bei Teil- oder Ganzkörperkühlung kann es dabei aber zur Unterkühlung des Patienten kommen (nicht
zu kaltes Wasser verwenden!).
B - Ein- bis mehrere großlumige Zugänge vorzugsweise an Hand-, Fußrücken oder U-Arm legen. Verbrannte Haut ist kein Hindernis einer Venenpunktion - die Fixierung sollte dann aber mittels Hautnähte erfolgen.
| Therapie |
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C -
Volumentherapie -
Prävention und Therapie des Schocks erfolgt mit Ringerlösung. Kolloider Volumensersatz
ist nicht indiziert, da durch das bestehende Kapillarleck die Kolloide ins Interstitium abwandern und vermehrt zu Ödembildung beitragen.
Volumenbedarf abschätzen!
Parkland-Formel: 4 ml Ringerlösung x KG Körpergewicht x % verbannte Oberfläche in 24 Stunden!
Davon die Hälfte in den ersten 8 Stunden.
D - Analgesie - Die Kühlung bewirkt an sich schon eine gute Analgesie! Insbesonders zweitgradige Verbrennungen sind extrem schmerzhaft und bedürfen der Behandlung mit Opioiden oder Ketamin. Zudem ist meist auch eine Sedierung notwendig. Eine lückenlose Herz-KL-Überwachung ist dabei Voraussetzung.
E - Patienten soweit wie möglich entkleiden (auch um Zusatzverletzungen zu erkennen). Haftende Kleidungsstücke verbleiben. Sterile Abdeckung der verbrannten Hautareale (Metalinfolie günstig, verursacht aber zusätzlich Schmerzen auf den Verbrennungsarealen!) und einwickeln in Decken, um den Patienten vor Unterkühlung zu schützen.
F - Typische Begleitverletzungen bei thermisch geschädigten Patienten sind Barotraumen nach Explosionen, Wirbelsäulenfrakturen nach einem rettenden Sprung aus dem Fenster und Inhalationstraumen bei Zimmerbränden.
Bewusstslosigkeit - respiratorische Insuffizienz - Verbrennung mehr als 40% der Körperoberfläche bzw. Brandverletzung im Rahmen eines Polytrauma erfordert die Intubation und kontrollierte Beatmung mit bis zu 100% Sauerstoff und PEEP-Beatmung.
Zu bedenken ist aber immer auch, dass ein intubierter Verbrennungspatient
auf einer Intensivstation weiterbetreut und daher wesentlich mehr Aufwand benötigt als ein nicht intubierter Patient.
Die Gefahr von Sekundärinfektionen ist auf einer Intensivstation ebenfalls größer.


Inhalationstraumen sind meist mit Hautverbrennungen kombiniert und werden entweder durch heißen Dampf (=thermisches Inhalationstrauma) oder durch toxische Substanzen im Rahmen einer - Rauchgasvergiftung - verursacht.
| Verbrennungen im Kopf- und Halsbereich verbrannte Lippen ( Nasenöffnung, Mundschleimhaut) Ruß im Sputum Heiserkeit - Husten - Stridor - Atemnot Bewusstseinsstörung |
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Notfallmedizin/Traumatologie: Verbrennungstrauma - Brandverletzung
© 16.2.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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