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T91 - Notfallmedizin/Toxikologischer Notfall: Tiergifte - Kreuzotter
| Tiergifte |
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Die Kreuzottern gehören zur Familie der Viperidae. Sie zeigen bei uns eine besonders große Farbenvariation. Von schwarz (Höllenotter) über braun bis zu silbergrau finden sich alle Übergänge. Immer ist mehr oder weniger das Zick-Zackband am Rücken erkennbar (auch bei den schwarzen Formen).
Die Giftkonzentration unserer heimischen Kreuzottern ist eher gering, sodass das Schlangengift nur geringe systemische Reaktionen hervorruft. Neben Herzrrhythmusstörungen kommt es aber immer zu einem ausgeprägten, lokalen Ödem mit bakterielle Verunreinigung, die zu schweren Folgeschäden führen können.
| Klinik |
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Die systemische Giftwirkung kann im Ausnahmefall einen KL-Schock mit Atemstillstand
bewirken (Kleinkinder gefährdet!).
Die lokale Giftwirkung ist sehr schmerzhaft und geht mit
Schwellung und Hämorrhagie einher (gefährlich beim Biss in den Hals)!
Erbrechen und Durchfälle können folgen.
Der Kreuzotterbiss ist in unseren Breiten selten lebensbedrohlich.
Schock oder gar Atemstillstand sind eine Rarität!
Der Schlangenbiss ist charakteristisch an den 2 Stichstellen, verursacht durch die beiden
Giftzähne zu erkennen. Auch wenn systemische Reaktionen selten sind, kommt es zu einem sehr schmerzhaften lokalen Ödem
mit komplikationsträchtiger Sekundärinfektion.
IMMER gefährlich ist aber der Biss tropischer Schlangen,
welche auch bei uns nicht selten in Terrarien gehalten werden.
| Therapie |
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Ein Tourniquet proximal der Bissstelle ist meist ineffizient und wenig sinnvoll.
Chirurgische Aktivitäten sollten unterlassen werden.
Die Gabe von Antiseren (Klinik!) sind nur bei Kleinkinder und/oder bei Biss durch
tropische Schlangen in Erwägung zu ziehen bzw. unumgänglich.
Analgetika (Voltaren und/oder Opiat) können notwendig sein.
Aussehen - Senkrechte, spaltförmige Pupille. Färbung und Zeichnung sind variabel. Dunkle Flecken bilden am Rücken ein Zick-Zack-Band. Schwarze Tiere werden Höllenotter, rotbraune Kupferotter genannt. Wenig abgesetzter ovaler Kopf mit abgerundeter Schnauze.
Vorkommen - Braucht kühle und feuchte Lebensräume, wie Moore, Heide und auch lichte Wälder. In der Regel ist die Kreuzotter tagaktiv, bei sehr heißem Wetter eher dämmerungs- oder nachtaktiv. Hauptsächlich bodenbewohnend, kann aber auch klettern, z.B. in Heidelbeersträucher. Häufig Kreuzotterbiss beim pflücken von Schwarzbeeren!
Gift - Je nach Alter der Schlange unterschiedliche Giftkonzentration. Die Schlange kann die Giftmenge beim Biss kontrollieren, sodass mehrere Bisse auch mehr Gift bedeutet. Junge Schlangen dosieren die Giftmenge beim ersten Zubeißen höher!
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Notfallmedizin/Toxikologischer Notfall: Tiergifte - Kreuzotter
© 24.2.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
mt-viper1