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T63 - Notfallmedizin/Intoxikation: Pilzvergiftungen - Risspilz


Giftpilze
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    Inocybe

    Die Risspilze gehören zur Familie der Cortinariaceae (Haarschleierpilze) und sind je nach Art unterschiedlich giftig. Auch der Standort ist entscheidend, wieviel der für den Menschen giftigen Substanzen angereichert wird. Es gibt über 100 kleine bis mittelgroße Arten. Die Hutoberfläche ist eingewachsen fasrig bis filzig oder schuppig. Der Rand ist radialrissig.

    Die Vergiftung wird letztlich durch die hohe Konzentration von Muskarin hervorgerufen!
    Muskarin ist das am längsten bekannte Pilzgift. Es kommt nicht nur in Risspilzen, sondern auch in Trichterlingen (Clitocybe) vor. Muskarin kann nicht von der Cholinesterase abgebaut werden, wird rasch resorbiert und weitgehend unverändert mit dem Urin ausgeschieden.

    Symptome
  • Bradykardie
  • Tränenfluss
  • MIOSIS
  • Hypersalivation
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen/Durchfall
  • Schock, Dyspnoe
  • Bronchospasmus
  • Symptome

    Nach einer Latenzzeit von 15 min bis 2 Stunden kommt es zum Muskarin-Syndrom mit Schweißausbruch - Tränenfluss - Hypersalivation - Miosis - Bradykardie, sowie Tremor, Erbrechen, Diarrhoe, abdominellen Koliken bis zum KL-Schock, Dyspnoe und Bronchospasmus. In schweren Fällen Lungenödem und KL-Versagen. Der Verlauf kann dramatisch sein und in wenigen Stunden zum Tod führen.
    Hier ist nicht die Mydriasis, wie sie bei der Pantherpilz- und Fliegenpilzvergiftung auftritt, sondern die Miosis auffällig . . .

    Notfall - Therapie

    Therapie
  • Erbrechen provozieren
  • Magenspülung
  • Atropin titrieren!
  • Schocktherapie
  • Beatmung
  • Allgemeine Maßnahmen, evtl. Magenspülung!
    Lebensrettend ist die Gabe von - Atropin 804 - als Antidot! Beginn mit 0,5- 2mg und weiter nach Wirkung dosieren. Entsprechende Vitalfunktionssicherung und wenn notwendig Intubation und Beatmung!


    Inocybe patouillardi (=erubescens) - Ziegelroter Risspilz

    Aussehen

    Inocybe erubescens

    Im Jugendstadium glockig geschlossen; später glockig gebuckelt. Der Hut (2-9 cm breit) reißt vom Rand her radial auf. Die Basis des weißlichen Stiels ist knollig verdickt und färbt sich an Druckstellen ziegelrot (oft erst nach Stunden). Das Sporenpulver ist ockerbraun. Der Pilz enthält viel Muskarin. Beurteilung: sehr giftig!

    Anwendung

    Der ziegelrote Risspilz wird als Rauschmittel verwendet. Der Pilz wächst ab Mai - August in Parkanlagen, Gebüschen und Mischwäldern. Tödliche Dosis: um 40- 500 g Frischgewicht; je nach Standort unterschiedliche Giftkonzentration.


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    Notfallmedizin/Intoxikation: Pilzvergiftungen - Risspilzvergiftung
    © 30.6.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
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