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T22 - Notfallmedizin/Intoxikation: Methylalkoholvergiftung
| Vergiftungen |
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Zu einer Methylalkoholvergiftung kommt es entweder durch Verwechslung oder durch verunreinigten Ethylalkohol. Aber auch in Nahrungsstoffen (z.B. Pektinen) kann Methanol gebildet werden.
Methanol wird u.a. durch dasselbe Enzym abgebaut wie Ethylalkohol
unserer alkoholischen Getränke. Beim Methanolabbau entsteht als Intermediärprodukt
Formaldehyd, welches relativ rasch (HWZ=1 min) zu Ameisensäure abgebaut wird.
Die Ameisensäure hat beim Menschen eine sehr lange HWZ.
Es kommt zur ausgeprägten metabolische Azidose.
10 ml Methanol können zur dauerhaften Erblindung führen.
| Klinik |
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Nach mehr oder weniger starken Rausch kommt es zu Sehstörungen und zu einer schweren Azidose mit zerebraler Schädigung.
Die narkotische Wirkung von Ethanol ist deutlich geringer als bei Methanol;
der Rausch dauert aber länger.
Die metabolische Acidose kann bis pH=7.0 abfallen und
wird durch Hyperventilation kompensiert. Visusverlust ab den 3.Tag (Retinaödem),
Amaurose (Sehnervdegeneration) ab 4.Tag. Der Mechanismus der Sehnervendegeneration ist
nicht bekannt.
Tod durch metabolische Azidose. Bei sehr hohen Dosen frühzeitige narkotische Lähmung.
| Therapie |
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Magenspülung! - Nur sinnvoll, wenn die Zeit der Methanolaufnahme erst kurz zurückliegt.
Sofortiger Beginn mit Ethylalkohol-Infusionen, um das
methanolabbauende Enzym teilweise zu blockieren.
Durch die Anwesenheit des Ethylalkohols
kommt es nur zu einem langsamen Methanolabbau und das dabei entstehende Formaldehyd
kumuliert im Stoffwechsel nicht und kann in den Tetrahydrofolstoffwechsel
eingeschleust werden. Dadurch können gröbere Schäden verhindert werden.
Der Ethylalkoholspiegel muss kontinuierlich aufrechterhalten werden und
sollte dabei etwa um 1 Promille liegen!
Die frühzeitige Gabe von Bikarbonat soll die Prognose verbessern!
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Toxikologie - Methylvergiftung
© 30.9.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
mt-methyl