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T30 - Notfallmedizin/Intoxikation: Medikamentenmissbrauch
| Diagnose |
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Jede akzidentelle Medikamenteneinnahme oder Intoxikation ist als Notfall zu betrachten. Meistens besteht noch innerhalb von 4 Stunden das Vollbild der Intoxikation (Ausnahme: manche Pilzvergiftungen), es gibt aber auch Medikamente mit freiem Intervall wie z.B. Eisenpräperate, Paracetamol etc.
Anamnese, Patienten befragen wenn möglich, Medikamentenschachtel mitnehmen etc. und bei unklarer Substanz die Vergiftungszentrale anrufen!
| Therapie |
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Primär immer symptomatische Behandlung, insbesondere sichern der
Vitalfunktionen (Atemwege freimachen, Transport in Seitlagerung, Sauerstoffgabe).
Bei nicht mehr weckbaren Patienten ist die Intubation zur Sicherung der
Atemwege notwendig.
Bei Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen besteht immer
Aspirationsgefahr - deshalb besteht hier auf alle Fälle eine Intubationsindikation.
Spontanes Erbrechen reduziert die aufgenommene Giftmenge erheblich.
Schon beim Einführen des Magenschlauches im Rahmen einer begonnenen Magenspülung
(Patient noch ansprechbar) wird Erbrechen induziert.
CAVE: KEIN Erbrechen provozieren bei
Waschmittel-Ingestion (können bei Erbrechen verstärkt schäumen),
Säuren und Laugen (Perforationsgefahr), sowie Benzin etc.
Zunehmend wird die Magenspülung als insuffiziente Maßnahme abgelehnt . . .
Im Allgemeinen ist eine spezifische Therapie nur selten möglich. Die Gabe von - Flumazenil - im Falle einer Benzodiazepinvergiftung kann sinnvoll und zielführend sein. Dasselbe gilt für Naloxon bei Opiatvergiftung!
Meist handelt es sich aber um eine Intoxikation mit mehreren Medikamenten (=Polytoxikomanie),
insbesondere um trizyklische - Antidepressiva - und/oder Neuroleptika.
Eine Paracetamolvergiftung kann zu dauerhaften und lebensbedrohlichen
Schädigung der Leber führen.
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Toxikologie - Medikamentenvergiftung
© 16.11.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
mt-med