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T35 - Notfallmedizin/Intoxikation: Pflanzengifte - Atropinvergiftung


Diagnose
  • Med-Vergiftung
  • Amphetamin-Intox.
  • Atropinvergiftung

    Atropin wird in der Medizin vielfach verwendet. Zu Vergiftungen kommt es aber selten durch das Medikament selbst, sondern im Rahmen bewussten Missbrauchs (atropinhaltige Augentropfen) oder der bekannten Tollkirschenvergiftung bei Kindern (Atropa belladonna).

    Pflanzengifte - Atropa belladonna

    Atropin ist das Racemat von D- und L-Hyoscyamin (Ester des Tropins mit Tropinsäure). Die wirksame Form ist L-Hyoscyamin (L-Hyoscin), R-Hyoscyamin ist unwirksam! Chemisch ist es dem Cocain verwandt (Atropin hat auch LA-Wirkung).

    Wirkungen

    Als kompetitiver Ach-Antagonist (Blockierung der m-Rezeptoren) hemmt es die Bronchialsekretion und hat auch eine bronchospasmolytische Wirkung (Bronchodilatation hält mehrere Stunden an). Senkung des Tonus der glatten Muskulatur und Beseitigung der Hyperpolarisation der Herzschrittmacherzellen. Die Herzwirkung von Atropin nimmt nach 30-45 min ab, die restlichen Wirkungen halten mehrere Stunden an.
    In hohen Dosen Ganglionblockade mit Skelettmuskellähmung über n-Rezeptoren.

    Vergiftungssymptome

    Klinik
  • Akkomodationslähmung
  • Mundtrockenheit
  • Heiße, trockene Haut
  • Verwirrtheit, Mydriasis
  • Zentrales antichol. Syndrom
  • Atemlähmung
  • Heiße, trockene Haut und auffällig gerötetes Gesicht sind augenscheinliche Symptome. Insgesamt treten alle Wirkungen und Nebenwirkungen des Atropins in Erscheinung wie Mydriasis und Akkomodationslähmung, Die Speichelsekretion versiegt - Mundtrockenheit (DD: Kokain!) - Rhythmusstörungen bis zum AV-Block und Knotenrhythmus.

    Eine Dosis von 2- 3 mg führt zu einer milden ZNS-Stimulation, 5-10 mg können bereits ein - ZAS - hervorrufen mit Verwirrtheit, psychotischen Zustandsbildern und Halluzinationen. Aufgrund der mangelnden Schweißsekretion kommt es zum Anstieg der Körpertemperatur (häufig Verwechslung mit einer Infektion). Es droht letztlich die Atemlähmung.
    Die Prognose ist aber meist gut, da selbst die 200-fache therapeutisch Dosis nicht letal endet.

    Notfall - Therapie

    Physikalische Kühlung. Diazepam bei Erregungszuständen. Bei Auftreten von Atemstörung muss eine Narkose mit - Thiopental - eingeleitet, intubiert und kontrolliert beatmet werden - Physostigmin - mildert die Vergiftungssymptome!


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    Notfallmedizin/Intoxikation: Pflanzengifte - Atropinvergiftung
    © 24.2.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
    mt-atrop