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T31 - Notfallmedizin/Intoxikation: Medikamente - Antidepressiva, ZAS
| Diagnose |
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Bei Überdosierung von trizyklische AD kommt es zum ZAS - zentralem anticholinergen Syndrom!
Die Ursache ist eine
Störung des Ach-STW im Gehirn, verursacht u.a. auch durch Anticholinergika,
Belladonna, NL, Parkinsonmittel, Spasmolytika, Atropin (Augentropfen bei Kinder mehr als 10 mg),
Antihistaminika etc. Auch der Genuss von Tollkirschen und evtl. Pilzen machen ein derartiges Syndrom.
| Klinik |
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Im Vordergrund stehen die Symptome des anticholinergen Syndroms wie Psychose, Sprach- und Gedächnisstörungen, Durst, Aggressivität, Angst, Halluzinationen, Ataxie, RR-Abfall, KL-Störungen bis zum Koma und Exitus. Es gilt die TRIAS: Koma - Krämpfe - Herzarrhythmien!
Auffällig auch die periphen anticholinergen Symptome wie Tachykardie (>110/min),
Hyperthermie, trockene Haut, Mydriasis und Erbrechen.
Bei Dosen >1000 mg - Unruhe, später Koma, Pyramidenbahnzeichen, Grand-mal, Atemstillstand.
Ausgeprägte Hyperthermie. Schon 1 g eines trizyklischen AD können letal sein.
Späte Todesfälle (kardial) nach vorübergehender Besserung kommen vor.
CAVE:
Tetrazyklische Antidepressiva machen im Gegensatz zu den trizyklischen Antidepressiva eine Miosis.
| Therapie |
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Bei nicht Bewusstlosen: Erbrechen induzieren und Tierkohle geben!
Bei Bewusstlosigkeit: Intubation.
Ist die Zeit der Medikamenteneinnahme und die Menge bekannt, kann eine Magenspülung
noch vor Ort sinnvoll sein (aber auch eine kontinuierliche, weil Antidepressiva
auch über das Magensekret ausgeschieden werden). Magenspülung unter Intubationsschutz.
Bei komatösen Patienten: Antidottherapie Physostigmin (=Anticholium) bis zum Aufwachen geben (1-4 mg). Cholinesterasehemmer wie Physostigmin (zentrale Wirkung) erhöhen die Konzentration von Ach im synaptischen Spalt und wirken so dem ZAS entgegen. Dadurch ist Aufwachen aus dem Koma und Besserung von Herzarrhythmien zu erreichen.
Bei Überdosierung von Cholinesterasehemmern wiederum kann es zu Bronchokonstriktion,
Bradykardie und Atemstillstand kommen, deshalb ist mit derartigen Medikamenten vorsichtig umzugehen.
Bei persistierender Tachykardie evtl. - ß-Blocker (CAVE: AV-Block).
Gegen Krämpfe wirken am besten Diazepam, eventuell mit Phenytoin.
Antikonvulsiva bei Krampfanfälle verschlechtert natürlich wiederum die Bewusstseinslage!
Harnkatheter (Diurese aufrechterhalten, wegen Atropinausscheidung) erst in der Klinik.
Zusammenfassung:
Bei anticholinergen NW: Atropin.
Bei adrenergen NW: Physostigmin.
Bei chinidinartigen NW: NaCl 10-30 mmol initial und weiter bis QRS schmäler wird oder besser - Lidocain - geben . . .
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Notfallmedizin/Intoxikation: Medikamente - Antidepressiva, ZAS
© 24.11.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
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