![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
113 - Notfallmedizin/Leitsymptom: Trauma - Thoraxverletzungen
| Thoraxverletzungen |
|---|
|
|
Isolierte Thoraxtraumen sind mit 10-15% eher selten. Bis zu 40% allerdings ist das
Thoraxtrauma insbesondere im Rahmen eines -
Polytraumas - mit anderen Verletzungen kombiniert.
Sehr häufig ist dabei die Rippenserienfraktur mit und ohne Beteiligung der Clavikula
und/oder Scapula.
Pneumothorax, Hämatothorax bis zum Spannungspneu sind die häufigsten Komplikationen.
Besonders im Rahmen von geschlossenen Thoraxtraumen kommt es in 10-15% zu einer Mitverletzung des Herzens. Hierbei kann es insbesondere bei Kompression des Herzens (Lenkrad beim Aufprallunfall) oder bei Dezelerationstraumen mit plötzlicher intrakardialer Druckerhöhung zur einfachen Herzkontusion bis zur lebensbedrohlichen Herzwandruptur, Abriss von Herzklappen oder traumatischen Septumdefekten kommen. Auch Verletzungen der Herzkranzgefäße sind möglich. Als bedeutenste lebensbedrohliche Komplikation gilt die Herzbeuteltamponade.
Die Herzkontusion verläuft meist symptomlos. Trotzdem können intramyokardiale Blutungen bestehen und unterschiedliche Rhythmusstörungen hervorrufen. Die Erstversorgung beschränkt sich dabei auf die Herzüberwachung.
In Verbindung mit einem Bauchtrauma muss auch an Zwerchfellruptur mit Verlagerung von
Bauchorganen in den Thorax gedacht werden (CAVE: Bülau!).
Stumpfe Gefäßverletzungen bis zur Aortenruptur sind möglich.
Bei anderen traumatisch verursachte Herzverletzungen wie die Herzwandruptur, die
Herzbeuteltamponade etc. kommt es zu lebensbedrohlichen Zustandsbildern.
Penetrierende Herzverletzungen sind am Notfallort wohl nicht allzuschwer zu
diagnostizieren (Patienten am Unfallort IMMER entkleiden!).