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132 - Notfallmedizin/Leitsymptom: Herzrhythmusstörungen
| Rhythmusstörungen |
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Hämodynamisch wirksame Herzrhythmusstörungen äußern sich durch
zerebrale Minderperfusion (= Vorwärts-Versagen) - mit Schwindel, Synkope,
längerdauernder Bewusstlosigkeit, Stenokardien (Ischämie) und/oder
akuter Linksdekompensation mit Lungenödem
(= Rückwärts-Versagen).
Das 12-Kanal-EKG klärt die vorliegende Herzrhythmusstörungen.
Es hat sich allgemein bewährt, bei der EKG-Beurteilung systematisch vorzugehen. Dabei ist prinzipiell die Bradykardie von ventrikulären Extrasystolen und der Tachykardie zu unterscheiden. Diese wiederum von solchen mit schmalen und solchen mit breiten QRS-Komplexen. Ebenso ist die Beziehung der P-Welle zum QRS-Komplex von Bedeutung.
Fehlerquellen:
Abgehen von Elektroden durch Schwitzen des Patienten. Klebe-Elektroden liegen zu locker
auf der Haut und täuschen Kammerflimmern vor.
Wechselstrom zeigt sich als Überlagerungsfrequnz von 50 Hz (Heizdecken im Bett,
Stromkabel von Lampen, Radio etc.).
| Tachykardie |
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Die - Schmalkomplextachykardie - hat meist eine supraventrikuläre Ursache (Sinustachykardie, VH-Flattern etc.). Bei der - Breitkomplextachykardie - besteht entweder ein Schenkelblock oder eine Kammertachykardie.
Ist der Abstand der QRS-Komplexe unregelmäßig, handelt es sich um gehäufte - Extrasystolen - oder um eine Arrhythmia absoluta.
Die Ursachen einer Tachykardie sind vielfältig und finden sich in der nebenstehenden Tabelle. Eine Therapie ist im Notarzteinsatz nur bei instabiler Hämodynamik wirklich indiziert.
| Bradykardie |
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Bradykarde Rhythmusstörungen entstehen entweder durch eine Dysfunktion der Reizbildung
oder aufgrund einer gestörten Erregungsleitung.
Klinische Relevanz besitzen im Notarztdienst
nur das Sinusknotensyndrom sowie sinuatriale und atrioventrikuläre Blockierungen.
Die AV-Blockierung ist dabei die im Notfalldienst die wichtigste bradykarde Rhythumsstörung.
Klinisch äußern sich bradykarde Rhythmusstörungen in Schwindel oder Synkopen. Insbesondere der Hinterwandinfarkt neigt zu AV-Blockierungen.
Ventrikuläre Extrasystolie ist im Notarztdienst nur insofern von Bedeutung, als das jederzeit mit einer Rhythmusstörung höheren Grades daraus resultieren kann. Komplikationen können dabei je nach Grundkrankheit bis zum Kammerflimmern gehen.
Grundsätzlich sollte eine Herzrhythmusstörung nur therapiert werden, wenn sie symptomatisch ist, also
die Beseitigung der Rhythmusstörung den Patienten auch eine Besserung bringt. Es
muss immer bedacht werden, dass jedes Antiarrhythmikum selbst wieder die Gefahr
von Rhythmusstörungen in sich birgt.
Eine instabile Hämodynamik erfordert bei bestehender Tachykardie auf jeden Fall die
frühzeitige Kardioversion.