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103 - Notfallmedizin/Leitsymptom: Schmerzen - Bauchschmerz, Akutes Abdomen


DD: Bauchschmerz
Hohlorganperforation
  • Ulkus ventriculi/duodeni
  • Appendicitis perforata
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  • Milz-/Leberruptur
  • Tubargravidität
  • Aortenruptur, spontan
  • STW
  • Diabetes
  • Urämie
  • Akutes Abdomen

    Eine häufig Notarztindikation ist der akute Bauchschmerz. Der Begriff "Akutes Abdomen" beinhaltet keine Diagnose, sondern lediglich die Aufforderung, dass trotz ungewisser Diagnose Behandlungsbedarf besteht. Dabei müssen unbedingt cardiologische (Myokardinfarkt), pneumologische (Lungenembolie) und toxikologische Ursachen ausgeschlossen werden.

    Klassische Symptomatik

  • Massiver Bauchschmerz
  • Abwehrspannung
  • Darmparalyse
  • Facies hippocratica
  • Exsiccose (häufig)
  • Erbrechen (fakultativ)
  • Dem Notarzt kommt bei der Initialtherapie und Weiterbehandlung eine Schlüsselposition zu. Er sollte durch seine Therapie (Medikamente) keinesfalls die weiterführende Diagnostik erschweren, noch sollte er aufgrund einer falschen Erst-Diagnose die weiteren notwendigen Maßnahmen verzögern (z.B. Einweisung auf die falsche Klinik).

    Wichtige Leitsymptome

  • Perforation eines Hohlorganes → Ulkusanamnese, plötzlicher Schmerzbeginn, Peritonitits
  • Akute Entzündung: Anamnese, viszeraler Schmerz, Lokalisation
  • Akute Durchblutungsstörung: Polymorbidität, EKG
  • Reflektorisch: wellenförmiger Schmerz, Meteorismus
  • Abdominelle Blutung: Blutungsschock, Schulterschmerz
  • Stoffwechselbedingte Ursachen: Blutzucker? Anamnese ...
  • Wichtig ist bei O-Bauchbeschwerden auch an einen Myokardinfarkt zu denken. Deshalb immer auch ein 12-Kanal-EKG schreiben!

    Hinterwandinfarkt ?

    Notfallmedizin, Akutes Abdomen

    Therapie

  • Oberkörper leicht hochlagern (sofern es die Kreislaufverhältnisse zulassen) und die Beine anwinkeln, um das Abdomen zu entlasten.
  • Venösen Zugang legen (linken Arm!).
  • Zofran - Magensonde bei heftigem Erbrechen.
  • Analgetika!
  • Schmerztherapie

    Liegt ein stumpfes Bauchtrauma vor, so können bei entsprechender Schmerzintensität kurzwirksame Opioide wie z.B. Fentanyl 0,05- 0,1mg oder 7,5- 15mg Dipidolor verdünnt verabreicht werden, da durch die Abdomensonografie evtl. in Kombination mit einer CT und/oder Laparoskopie eine ausreichende Diagnostik auch bei analgosedierten Patienten möglich sein sollte.

    Beim nicht traumatisch bedingten akutem Abdomen sollte bei präklinisch unklarer Diagnose auf den Einsatz von Opioiden verzichtet und je nach Schmerzcharakter Spasmolytika und NSAR bzw. Metamizol gegeben werden.


    Nur bei klarer Diagnose (!) oder stärksten Schmerzen Opioide verabreichen !

    Bei Verdacht auf ein Mesenterialgeschehen (polymorbider Patient, VH-Flimmern, plötzlicher Stuhldrang, evtl. blutiger Stuhl) können 5.000 IE Heparin gegeben werden.
    Bei Verdacht auf ein Aortenaneurysma (evtl. pulsierender Tumor) muss der Blutdruck gesenkt und Heparin gegeben werden. Ein erschütterungsfreier und rascher Transport mit dem Notarzthubschrauber ist anzustreben.
    Bei incarcerierten Hernien - KEINE Repositionsversuche.


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    Notfallmedizin/Leitsymptom: Schmerzen - Bauchschmerz
    © 21.1.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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