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P12 - Notfallmedizin/Kindernotfall: Akuter Brechdurchfall - Toxikose


Diagnose
  • Kindes-Misshandlung
  • Tachykardie, Kind
  • Reanimation beim Kind
  • Akuter Brechdurchfall
    Toxikose

    Klinik
  • Nahrungsverweigerung
  • Erbrechen, KG sinkt
  • Hautturgor sinkt
  • Fontanelle tief
  • halonierte Augen
  • Tachypnoe
  • Schock
  • Somnolenz/Koma
  • Oliogurie/Anurie
  • Die akute Durchfallerkrankung stellte früher die Hauptursache der Säuglingssterblichkeit dar. Milchhygiene und die Einführung keimarmer Milchpräperate führten zu einem erheblichen Rückgang der Durchfallerkrankungen. Bei einer Toxikose besteht immer mindestens ein Flüssigkeitsverlust von 10%.

    Pathophysiologie

    Der Vielfalt der ätiologischen Möglichkeiten steht eine einheitliche Pathogenese gegenüber. Es kommt zur Herabsetzung der Verdauungsleistung, zu einem Rückgang der Salzsäure- und Fermentproduktion und zu einer Verschlechterung der Toleranz zunächst für Fett, dann für KH und EW. Diese gelangen vermehrt unverdaut in die unteren Darmabschnitte und fördern das Bakterienwachstum. Fakultativ pathogene Keime überwuchern die Darmflora und aszendieren in sterile Darmabschnitte. Bakterielle Abbauprodukte und Toxine werden frei.
    Die erhöhte Darmperistaltik führt zu häufigen Stuhlentleerungen und damit zu hohen Flüssigkeitsverlusten. Es entwickelt sich eine schwere Stoffwechselstörung (=Toxikose).
    Die zunehmende Dehydratation führt zur Exsiccose mit der hämodynamischen Konsequenz der Bluteindickung und Verminderung der HZV. Es kommt zu hypoxischen Organschädigung und Anhäufung von STW-Produkten - metabolische Azidose.
    Die zunehmende Nierendysfunktion bewirkt Elektrolytstörungen mit der Gefahr des Kalium-Mangelsyndroms und Anurie. Glucose- und Sauerstoffmangel im Gehirn führen zu neurologischen Schäden.

    Ursachen unterschiedlich - Pathogenese einheitlich

    Ätiologie der Toxikose

    Infektiös - Meist sind es Vireninfektionen (Adenoviren, Rotavieren) und selten Bakterien (Coli-Enteritis u.a.).
    Alimentär - Diätfehler sind nicht selten. Das Überschreiten des Kalorienbedarfs kann bei Säuglingen aufgrund der begrenzten Verdauungsleistung zu Gewichtstillstand, Erbrechen und vermehrten Stuhlentleerungen führen.

    Klinik

    Toxikose

    Die Durchfallerkrankung beginnt häufig mit Nahrungsverweigerung. Das Kind erbricht zunehmend. Der Säugling ist blass, unruhig. Nach Tagen treten wässrige Stühle auf. Bei infektiösen Enteritiden sind Blutbeimengungen häufig. Die Augen liegen tief, die Fontanelle beginnt einzusinken. Abdomen gebläht - Peristaltik erhöht.

    Das Vollbild der Säuglingsintoxikation ist durch die Exsikkose bestimmt. Die Haut ist in Falten abzuheben, die Augen sind haloniert, der Lidschlag selten, die Fontanelle eingesunken. Die Extremitäten sind kühl und feucht, obwohl hohes Fieber bestehen kann. Der Puls ist flach und schnell, häufig besteht eine Azidoseatmung. Weiters folgen Somnolenz bis Koma und Krampfanfälle (=aufgrund einer hypertonen Dehydratation).

    Hyperpyretische Toxikose

    Eine Sonderform der Säuglingsintoxikation ist die hyperpyretische Toxikose. Diese Form tritt im älteren Säuglings- und frühen Kleinkindesalter auf. Sie beginnt schlagartige mit hohen Fieber bis 42°C, Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle und Kreislaufzentralisation. Die Haut ist teigig. Es besteht eine hyperchlorämische Azidose. Rasche Intervention (Rehydrierung) ist notwendig um zerebrale Dauerschäden zu verhindern.

    Notfall-Therapie

    Therapie
  • O2 zuführen
  • NaCl 0,9%
  • interossären Zugang
  • Wärme
  • evtl.Intubation
  • Venösen oder - interossären Zugang - schaffen und NaCl 0,9%, um etwa 10- 20 ml/kg in 30- 60 min verabreichen. Besteht kein Fieber, so muss das Kind in warme Kompressen bzw. einer Alu-Decke eingewickelt werden. Sauerstoff zuführen!

    Ziel ist es, das Flüssigkeitsdefizit möglichst rasch wieder auszugleichen. Wegen einer möglichen Oligo-Anurie sollten die Infusionen kein Kalium enthalten.


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    Notfallmedizin/Kindernotfall: Akuter Brechdurchfall - Toxikose
    © 30.1.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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