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P11 - Notfallmedizin/Kindernotfall: Rhythmusstörungen - Tachykardie
| Differentialdiagnose |
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Die häufigste Ursache einer Tachykardie beim Kind ist das WPW-Syndrom. Das kindliche Herz kann eine supraventrikuläre Tachykardie stundenlang (auch bei einer Frequenz von 250/min) ohne nennenswerten Schaden überstehen. Eine Kammertachykardie ist im Kindesalter eine Rarität.
| Klinik |
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Kinder und Jugendlichen empfinden die Tachykardie als äußerst unangenehm. KL-Zentralisation, Schwindel, Präsynkope bis zur Synkope
sind die augenscheinlichen Symptome.
Bei Säuglinge äußert sich die Tachykardie in Schwitzen, Unruhe, blass-graues Hautcolorit und Tachypnoe.
Als Erstmaßnahme sollte ein Vagusreiz gesetzt werden durch Karotis-Sinus-Druckmassage über 30 - 60 Sekunden (einseitig), kaltes Wasser trinken oder Bauchpresse anwenden lassen. Bei Säuglingen hat es sich sehr bewährt, ein nasskaltes Tuch auf die geschlossenen Augen aufzulegen und leichten Druck auf die Bulbi auszüben (Erfolgsquote bis 90%). Das Auslösen von Erbrechen oder Auflegen einer kalten Kompresse auf das Gesicht ohne Vorwarnung sei hier zumindest bei größeren Kindern nicht empfohlen.
Die Sedierung mittels Stesolid-Rectiole (Kleinkinder) bzw. 10 mg Diazepam rectal bzw. langsam 0,2 - 0,4 mg/kg langsam i.v. kann ebenfalls erfolgreich sein.
| Therapie |
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Ein Versuch mit Adenosin kann zum Erfolg führen. Dabei werden 0,05 - 0,1 mg/kg im Schuss in eine Herznahe Vene verabreicht. Wiederholung der Injektion mit einer Dosis bis zu 0,3 mg/kg ist möglich.
Verapamil ist wegen der Gefahr des Auslösens von Kammerflimmern und/oder kardialer Dekompensation
kontraindiziert. Bei Schulkinder kann es in einer Dosierung von 0,1 mg/kg gegeben werden.
Eine spezifische Therapie mittels Ajmalin wird generell nicht empfohlen!