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P08 - Notfallmedizin/Kindernotfall: Meningokokkensepsis
| Diagnose |
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Meningokokken sind für 2 schwerwiegende systemische Erkrankungen verantwortlich. Einerseits für die Septikämie und/oder andererseits für die Meningitis. Etwa 20% der Menigokokkensepsitiden haben ein hohe Mortalitätsrate, wobei vorwiegend Säuglinge betroffen sind.
| Klinik |
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Als Initialsymptom tritt gehäuft ein oberer Luftwegsinfekt auf, mit rasch
folgendem Fieber bis über 40°C, Kopfschmerzen,
Myalgien, Gelenksbeschwerden und Erbrechen (nicht obligat).
Bei Fieber über 40 Grad und petechialen (stecknadelkopfgroßen)
Hautblutungen und in weiterer Folge hämorrhagischen Hauteffloreszenzen - Purpura -
liegt eine Meningokokkeninfektion nahe; bei zusätzlich bestehendem
Meningismus ist sie sehr wahrscheinlich. Bei meningealer Beteiligung
kommt es zur Bewusstseinseintrübung bis zum Koma mit Störung der Pupillenmotorik.
Die fulminante Bakteriämie ist durch einen KL-Schock mit Hypotension, Tachykardie und schlechter peripherer Perfusion gekennzeichnet. Besteht eine Meningokokkensepsis mit bilateraler Nebenniereneinblutung spricht man vom Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Dabei besteht eine extrem schlechte periphere Durchblutung mit Blutsuggilationen und Hautnekrosen entsprechend einer Verlegung der Endstrombahn durch die DIC und Mikroembolien (=Endotoxinschock mit massiver Gerinnungsstörung).
| Therapie |
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Bei der perakuten Verlaufsform ist der Schockzustand kaum beherrschbar.
Intravenösen Zugang schaffen und Volumen geben (Ringer), wenn
notwendig auch Vasopressoren wie Ephedrin, Dopamin etc. weiters evtl.
Prednisolon 2 mg/kg (Endotoxin-Schock?).
100% Sauerstoff über Maske, evtl. Intubation.
Die hochdosierte Penicillin-Gabe 50.000IE/kg i.v. bleibt der Klinik vorbehalten,
da das Auftreten einer Herxheimerreaktion nur unter intensivmedizinischen Voraussetzungen beherrschbar ist.
Alternativ erfolgt auch eine AB-Therapie mit Cefotaxim 150 mg/kg/d in 3-4 ED.
Nach Kontakt mit derart schwerkranken Patienten empfielt sich eine AB-Prophylaxe
mit Rifampicin 20 mg/kg/d in 2 ED über 2 Tage oder eine Einmaldosis von Ciproxin 200 mg p.o.
Gefahr besteht nur nach engen Kontakt mit dem Erkrankten (Intubation, Angehörige, Schulkinder etc.).