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P02 - Notfallmedizin/Kindernotfall: Epiglottitis
| Diagnose |
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Die Epiglottits tritt im Alter von 1 - 7 Jahren auf und wird
in 95% der Fälle durch Haemophilus influenzae hervorgerufen.
Gleichzeitig kann eine Pneumonie oder eine Otitis media
(cervikale LK-Schwellung) und in seltenen Fällen eine Meningitis bestehen.
| Klinik |
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Pathophysiologie - Die Schwellung betrifft nicht nur den Kehldeckel, sondern auch die Aryknorpel und die aryepiglottischen Falten oberhalb der Stimmbänder (=Supraglottitis), kann aber auch bis in den subglottischen Bereich gehen.
Die Schmerzen hindern das Kind beim Schlucken und deshalb läuft Speichel aus dem Mund
- Speichelfluss als charakteristisches Zeichen.
Um Luft zu bekommen sitzen die Kinder aufrecht, etwas nach vorne gebeugt.
Gleichzeitig besteht hohes Fieber.
Das Krankheitsbild tritt akut - innerhalb von Stunden - auf und ist mit lautem Stridor verbunden.
Die Stimme ist kloßig - meist vermeiden aber die Kinder jede Sprachanstrengung.
Halsschmerzen und Schluckstörungen sind immer vorhanden, Husten selten.
| Therapie |
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Sauerstoff mit Maske zuführen. Meist gelingt der
Transport ins Krankenhaus mit alleiniger Sauerstoffzufuhr - auf Mutter
und Kind beruhigend einwirken! Keinesfalls darf eine Spatelung des Mund-Rachenraumes erfolgen, da die Gefahr eines Laryngospasmus bis zum Herzstillstand besteht.
CAVE - Adrenalin + Cortison sind wirkungslos!
Die Intubation ist für Ungeübte "draussen" praktisch nicht möglich. Die Gefahr durch frustranes Probieren eine völlige Verlegung der oberen Luftwege zu provozieren ist extrem groß.
Koniotomieset bereithalten; ebenso Thiopental,
Atropin, Absauggerät, Trachealtubus ohne Cuff (mit Führungsdraht
und kleiner als für das Alter notwendig wäre!) und Beatmungsbeutel.
Venflon nur legen, wenn unbedingt notwendig und das Kind keine wesentlichen
Abwehrreaktionenen zeigt - Koniotomie.
Die - Koniotomie - ist meist nur von Geübten wirklich erfolgreich durchführbar. Die Gefahr der Fehllage (Weichteile, Ösophagus) ist groß. Deshalb sollte eine Koniotomie nur als Ultimo ratio durchgeführt werden. Alternativ können auch mehrere Venflons durch das Ligamentum conicum zwischen Ring- und Schildknorpel gestochen oder nach Durchtrennung mit einem Skalpell ein Tubus eingeführt werden.
Der Umgang mit dem Tracheoquick ist keinesfalls leichter und ebenfalls komplikationsreich. Hypoxämie, Bewusstlosigkeit und drohender Herzstillstand erfordert aber immer einen raschen intratrachealen Zugang!
Anmerkung: Die Kinder werden in der Klinik intubiert und 2-3 Tage beatmet. Gleichzeitig werden AB (Cephalosporine + Ampicillin) gegeben. Die Mortalität liegt bei nicht beatmeten Kindern um 6%, bei beatmeten unter 1%.