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N07 - Notfallmedizin/Neurologischer Notfall: Hemicranie - Migräne
| Differentialdiagnose |
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Migräne ist eine besondere Form von periodisch auftretenden Kopfschmerzen, die neben vegetativen Symptomen auch mit vorübergehenden neurologischen Reiz- und Ausfallserscheinungen einhergehen können.
| Formen |
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Migräne ist KEINE Notarztindikation, bedeutet aber für den Notarzt
wegen der vegetativen und neurologischen Begleitsymptome eine wichtige Differentialdiagnose.
Hinweise sind endogene Faktoren wie erbliche Belastung, vegetative Labilität,
Aggressionshemmung u.a.
Auslösende exogene Faktoren wie Wetterwechsel, Alkohol etc.
können einen Migräneanfall provozieren.
Migräne beginnt schon im Pubertätsalter, wobei Frauen wesentlich häufiger betroffen sind.
Einfache Migräne - Dumpf drückende oder pulsierende Kopfschmerzen vor allem im Augen- und Stirnbereich. Die Schmerzlokalisation bleibt streng halbseitig, kann aber die Seite wechseln. Die Schmerzentwicklung ist selten akut - eher schleichend (innerhalb von Stunden). Mit zunehmender Schmerzintensität kommt es zu Übelkeit und Erbrechen mit Reizbarkeit und Affektlabilität. Flimmerskotome können auftreten.
| Klinik |
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Ophthalmoplegische Migräne - Hier sind die Symptome der einfachen Migräne von einer Oculomotoriusparese begleitet, welche sich mit Abklingen der Beschwerden zurückbilden aber auch über Tage andauern können.
Migraine accompagnee - Es kommt neben den Schmerzsymptomen zu flüchtigen Lähmungen, Dysarthrie, Parästhesien und Sprachverständigungsstörungen.
Basilarismigräne -
Aufgrund Durchblutungsstörungen im Vertebralis- und Basilarisstromgebiet kommt
es zur Hemianopsie, sensiblen Störungen im Mundbereich, der Zunge und der Hände.
Schwindel - Gangataxie - Dysarthrie - Ohrgeräusche und Hinterkopfschmerzen
können hinzukommen.
Bing-Horton -
Diese Unterform der Migräne ist nicht erblich und befällt überwiegend Männer.
Die Kopfschmerzen sind einseitig meist in der Schläfenregion lokalisiert und
sehr heftig. Sie setzen rasch ein und dauern circa 1 Stunde an. Begleitsymptome sind gerötete Konjunktiven, Tränenfluß und
oft Miosis.
Übelkeit, Erbrechen und Lichtscheu gehören NICHT zu diesem Krankheitsbild.
Konventionelle Migränepräperate zeigen KEINE Wirkung.
Glaukomanfall - Auch hier sind die Konjunktiven gerötet. Durch den Vagusreiz kann es zum Erbrechen kommen. Im Gegensatz zum Bing-Horton kommt es hier zur Mydriasis bei fehlender Lichtreaktion. Der Augapfel ist im Vergleich zur anderen Seite palpatorisch hart, die Hornhaut ist glanzlos. Pilocarpin-Augentropfen 2% wären die Therapie der Wahl + evtl. Diamox 500 mg.
Akute Sinusitis - Auch eine Sinusitis acuta kann heftigste frontale KopfschmerzenErbrechen einhergehen. Meist besteht oder findet sich in der Anamnese eine erst kürzlich abgelaufene Erkältungskrankheit. Hat der Patient auch noch Fieber, so fällt diese Differentialdiagnose nicht allzu schwer.
Subarachnoidalblutung - Die SAB ist klinisch nicht leicht von einer der Migräneformen zu unterscheiden. Der Verdacht einer SAB kann klinisch gestellt im Prinzip aber nur durch die Computertomografie bestätigt werden. Plötzliches Auftreten von Kopfschmerzen bei fehlender Kopfschmerzanamnese mit Erbrechen und neurologischen Symptomen erhärten den Verdacht einer - Subarachnoidalblutung
Hirntumore - sind selten Ursache von Kopfschmerzen - schon hingegen neurologische Symptome.