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N03 - Notfallmedizin/Neurologischer Notfall: Epilepsie
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Beginnt ein Krampfleiden im Erwachsenenalter (ein idiopathisches Anfallsleiden beginnt normalerweise in der Kindheit), so muss neben der Epilepsie auch an andere zum Krampfanfall führenden Ursachen gedacht werden.
Häufig kommt es im Rahmen eines Alkoholentzugs zum Krampfanfall, aber auch beim SHT, einem Gehirn-TU, einer cerebralen Ischämie bzw. Hypoxämie, Hypoglykämie, Intoxikation, Meningoenzephalitis etc.
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Partielle Anfälle äußern sich entweder durch lokalisierte motorische bzw. sensorische Störungen oder durch Beeinträchtigung des Bewusstseins (=Komplex-partielle Störungen).
Generalisierte Anfälle können sich in Form von Absencen (ohne motorische Aktivität) oder durch klonische Zuckungen äußern (=myoklonische Anfälle).
Status epilepticus - Eine kontinuierliche Krampfaktivität wird als Status epilepticus definiert. Die Anfallsdauer liegt über 30 Minuten. Es kommt zu wiederholten Anfällen, ohne dass der Patient das Bewusstsein wieder erlangt. Ein solcher Status unterhält sich selbst und muss medikamentös unterbrochen werden!
Generalisierte Krampfanfälle - wie sie häufig erstmalig oder aber auch bei bekannter Epilepsie mit und ohne medikamentöser Dauertherapie auftreten ist immer ein medizinischer Notfall. Die elektrische Aktivität des Gehirns nimmt enorm zu, die Hirndurchblutung steigt um etwa 60% und die O2-Aufnahme um 100%. In der klonischen Phase nimmt die elektrische Aktivität wieder ab, bis sie sich aufgrund des O2-Mangels erschöpft.
Eine spontan adäquate Ventilation und Oxygenierung ist in der Krampfphase nicht möglich. Gelingt es nicht, den Status medikamentös zu durchbrechen, so kann sich innerhalb von Stunden ein Hirnödem entwickeln. Die Körpertemperatur steigt an und der Patient stirbt am zentralen Herz-KL-Versagen. Deshalb muss beim Status epilepticus frühzeitig und energisch therapiert werden.
Der große, epileptische Krampfanfall kann von einer Aura eingeleitet werden (Art der Aura wichtig, da davon der Fokus abgeleitet werden kann) oder plötzlich ohne Vorboten auftreten. Der Patient stürzt zu Boden und verletzt sich meist dabei.
Die Augen bleiben meist offen, die Pupillen reagieren nicht auf Licht. Die Beine werden gestreckt, die Arme gestreckt oder gebeugt (=tonischen Krampfstadium). Das Gesicht wird aufgrund der Apnoe zyanotisch. Nach einigen Sekunden setzen klonische Zuckungen ein, die wenige Minuten andauern und in weiterer Folge immer seltener werden bis sie ganz aussetzen.
Begleitet ist der Krampfanfall meist von Harn- und/oder Stuhlabgang.
Ein Zungenbiss ist ebenfalls häufig.
Nach dem Anfall liegt der Patient schwer atmend, röchelnd am Boden und verfällt in einen
Terminalschlaf, welcher bis zu einer Stunde andauern kann.
Hypoglykämie beachten!
| Therapie |
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Erste Priorität in der Notfalltherapie - Offenhalten der Atemwege durch Kopf überstrecken, Mund-Rachen absaugen, Guedeltubaus, Beißkeil und Verabreichen von Sauerstoff.
Die Krampfaktivität kann durch Diazepam unterdrückt werden (nicht mehr als 2 mg/min verabreichen, bis die Krämpfe sistieren). Alternative: Rivotril! - Ist kein intravenöser Zugang möglich, dann können auch Stesolid 2-3 x 10 mg rektal verabreicht werden.
Gelingt die Unterbrechung des Status epilepticus nicht innerhalb von 15 min oder treten im Rahmen eines SHT's oder einer globalen zerebralen Ischämie (Apoplex) Krämpfe auf, so muss eine Thiopentalnarkose eingeleitet, sowie relaxiert + beatmet werden.