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N06 - Notfallmedizin/Neurologischer Notfall: Intrazerebrale Blutung


Diagnose
  • Koma - GCS
  • Apoplex
  • SAB, spontan
  • Dienzephales Syndrom
  • Mittelhirnsysdrom
  • Bulbärhirnsyndrom
  • Intrazerebrale Blutung

    Intrazerebrale Blutungen bzw. die hypertone Massenblutung führen fast immer initial zur Bewusstseinsstörung.


    Eine hypertone Massenblutung findet sich meist im höheren Lebensalter mit einer langen Hypertonie - Anamnese. Es besteht eine Letalität um 80%. Bevorzugt ist der Stammganglienbereich betroffen.

    Aneurysmenblutungen treten auch bei jüngeren Patienten auf, wobei selten eine Hypertonieanamnese besteht. Aneurysmen oder Angiome sind hier Ursache der Hirnblutung. Auch eine Tumoreinblutung muss in Erwägung gezogen werden.

    Klinik

    Klinik
  • Neurologische Ausfälle
  • Übelkeit, Erbrechen
  • evtl.Hirnnervenausfälle
  • Somnolent/agitiert
  • Stupor, Koma
  • Hypertonie
  • weite Pupillen
  • Die Symptome treten meist akut mit neurologischen Ausfällen und Bewusstseinsstörungen auf. Denke immer an eine hypertone Massenblutung bei folgender Konstellation:

    Reduziertes Bewusstsein + Hypertonie + motorische Ausfälle

    Hemiplegie-Diagnose beim Bewusslosen - Auch beim Bewusstlosen ist eine Hemiplegie zu erkennen. Aufgrund der zentralen Facialisparese blasen die Patienten auffällig die Luft aus dem erschlafften Mundwinkel. Das hemiplegische Bein ist nach außen rotiert - Immer auch Blutzucker bestimmen!

    Kleinhirnblutungen entwickeln erst nach einigen Stunden eine Bewusstseinsstörung. Zerebrale Ataxie und horizontale Blickparese sind allerdings schon frühe Symptome. Die Pupillen sind eher eng.

    Die primäre Hirnstammblutung hingegen führt sofort zu Koma + Tetraplegie.

    Beim Ventrikeleinbruch kommt es zu Streckkrämpfen. Die Bulbi divergieren und/oder führen horizontale Pendelbewegungen aus. Die Pupillen sind erst eng, dann weit + lichtstarr. Bradykardie und fehlende Eigenreflexe folgen. Eine Nackensteifigkeit besteht meist nicht.

    Therapie
  • O-Körper 30° !
  • Ringer
  • Sauerstoff 100%
  • Thiopental-Narkose
  • Pavulon 4- 8 mg
  • Fentanyl
  • Dormicum
  • Beachte !
  • Alkoholiker ?
  • Betrunken ja/nein ?
  • SHT ?
  • Notfall-Therapie

    Im Vordergrund stehen die Sicherung der Vitalfunktionen!

    Intubation + kontrollierte Beatmung

    Transport mit einem NAH auf eine neurochirurgische Klinik ist anzustreben.


    Narkose mit - Thiopental - einleiten, intubieren, beatmen und relaxieren. Ringer langsam infundieren - KEINE Glucose-Infusion! Narkose mit Dormicum und Fentanyl weiterführen. Bei ausreichend guten Blutdruck O-Körper leicht hochlagern. Eine bestehende Hypertonie am besten mit - Ebrantil - senken. Die Cortisongabe wird nicht empfohlen!

    KEINE Glucose - KEIN Cortison !

    CAVE - Werden Patienten bewusstlos (meist am Heimweg) mit ausgeprägtem Foetor alcohol. aufgefunden, diagnostiziert man gerne Volltrunkenheit. Nicht selten kommt es zu bleibenden Schäden aufgrund der vielleicht richtigen aber unzureichenden Diagnose.
    Betont desorientierte + aggressive Betrunkene sind immer verdächtig auf eine intrazerebrale Blutung, insbesondere dann, wenn anwesende Personen das Verhalten als besonders untypisch bezeichnen.


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    Notfallmedizin/Neurologischer Notfall: Intrazerebrale Blutung
    © 30.1.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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