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816 - Notfallmedizin/Notallmedikamente: Pitressin, Terlipressin u.a.


Pitressin
  • 1 ml-Amp.= 20 U
  • Dosis
  • 40 U. i.v (2 Amp.)
  • Vasopressin (ADH)

    Vasopressin (=ADH) wirkt über V1-Rezeptoren und verursacht eine Vasokonstriktion der Arteriolen der Haut und der inneren Organe mit besonderer Wirkung auf die Gefäße im Splanchnicusbereich (Pfortaderdruck sinkt) und auf die glatten Muskulatur von Darm und Uterus. Eine nur geringe Vasokonstriktion betrifft die Koronar- u. Nierenarterien.
    Vasopressin (synthetisiert im Nucleus opticus) wirkt zusätzlich über V2-Rezeptoren antidiuretisch und F-VIII-freisetzend. Die gefäßverengende und uterusstimulierende Wirkung erfolgt über V1-Rezeptoren.

    Wirkungen

    Wirkung
  • Vasokonstriktion
  • Nebenwirkung
  • Blutdruckanstieg
  • myokardiale Ischämie ?
  • Indikation
  • Reanimation - ?
  • In physiologischen Dosen wirkt Vasopressin ausschließlich antidiuretisch; in höheren Dosen auch vasokonstriktorisch. Nebenbei stimuliert Vasopressin die Faktor-VIII-Synthese! Die Halbwertszeit des physiologischen Vasopressins beträgt ca. 1 Minute.

    Besonders bedeutungsvoll scheint die Vasodilatation der zerebralen Gefäße (im Gegensatz zu Adrenalin) unter Vasopressin. Im Tierversuch und laut ersten klinischen Reanimations-Studien werden unter Vasopressin höhere Überlebensraten und ein besseres neurologisches Ergebnis (=sekundärer Reanimationserfolg) erreicht als bei Adrenalin. Dabei wären 40 IE Vasopressin gleichberechtigt zu 1 mg Adrenalin.
    Bei vasodilatatorischen Schock (Sepsis) kann mit 0,1 U/min Vasopressin eine dramatische Verbesserung des mittleren arteriellen Druckes erreicht werden, ebenso wird die Urinproduktion gesteigert.

    Reanimation

    Wir verwendeten Vasopressin i.v. im Rahmen der ERC Richtlinien anstelle der erstmaligen Gabe von Adrenalin und zwar in einer Dosierung von 40 Units einmalig bei Kammerflimmern oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie. Anschließend wurde bei fehlendem Erfolg Adrenalin wie bisher verabreicht. Anaphylaxie und Asytolie war nie eine Indikation für die Gabe von Vasopressin! Aufgrund der neuen ERC-Guidelines 2005 wird Vasopressin nicht mehr im Notarztdienst verwendet.
    In den - ERC-Guidelines 2005 - findet sich dazu in einer Zusammenfassung der Hinweis, dass die Studien Adrenalin versus Vasopressin keinen überzeugenden Vorteil aufzeigen konnten und deshalb Adrenalin weiterhin das Mittel der ersten Wahl bei der CPR, bei der Anaphylaxie und beim cardiogenen Schock bleibt.


    Terlipressin
  • 5 ml-Amp.= 10 mg
  • Dosis
  • 20 µg/kg i.v (1-2 Amp.)
  • Glycylpressin ®

    Wirkung
  • Vasokonstriktion
  • Nebenwirkung
  • Blutdruckanstieg
  • myokardiale Ischämie ?
  • Indikation
  • Ösophagusvarizenblut.
  • Terlipressin (Glycylpressin) wirken ausgeprägt vasokontriktorisch und werden bei der Ösophagusvarizenblutung eingesetzt. Die Vasokonstriktion mit Zentralisation sollte bis 6-12 Stunden anhalten.

    Nebenwirkungen sind Blässe, Kopfschmerzen, Stuhldrang, Übelkeit und Konstriktion der Bronchial- und Uterusmuskulatur. Ein geringer Blutdruckanstieg mit sekundärer Bradykardie ist möglich. Antidiurese bis zur Wasserintoxikation bei Überdosierung.

    KONTRAINDIKATIONEN beachten:

    Myasthenia gravis
    KHK
    Hypertonie

    Verwandte Substanzen

    Ornithin-Vasopressin (POR 8) wird in der Gynäkologie verwendet.
    DDAVP, Desmopressin (Minirin) wird bei der mittelschweren Hämophilie eingesetzt. Diese Substanz weist nur wenig oder gar keine Nebenwirkungen mehr auf, da die vasokonstriktorische Komponente wegfällt.


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    Medikament - Vasopressin
    © 3.1.2006 by Anton Ernst Lafenthaler
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