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847 - Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Narkotika - Thiopental


Thiopental
  • 1 Trockenstechamp.= 1 g
  • 1g/40 ml= 25 mg/ml
  • Dosis
  • Narkose 2- 5 mg/kgKG i.v.
  • Individuell dosieren!
  • Thiopental ®

    Thiopental ist ein ultrakurz wirksames intravenöses Narkotikum aus der Gruppe der Barbiturate. Die Substanz vermindert nicht die Empfindlichkeit gegenüber Schmerzen und die nozizeptiven Reflexe, wirken also nicht analgetisch. Die mit Thiopental erzielte Analgesie ist vielmehr als Funktion seiner narkotischen Eigenschaften zu verstehen.
    Eine Muskelrelaxierung erfolgt erst in tiefer Narkose. Bei kardialen Vorerkrankungen ist besonders auch auf die kardiodepressive Wirkung und auf die Gefäßdilatation im venösen System mit Blutdruckabfall zu achten. Auch das Vasomotorenzentrum ist mitbetroffen. Daneben besitzt Thiopental die Eigenschaft, den intrakraniellen Druck zu senken durch konsekutive Abnahme der cerebralen Durchblutungsrate.

    Pharmakokinetik

    Der molekulare Wirkungsmechanismus der Substanz ist nicht völlig geklärt; die anästhetische Wirkung resultiert aus der Abnahme der neuronalen Erregbarkeit. Hauptangriffspunkt ist der Thalamus, also das berühmte »Tor zum Bewusstsein«, wo die Impulsweiterleitung zur Großhirnrinde abgeschwächt wird.
    Für die Dauer der Narkose ist die Umverteilung von Gehirn in die Muskulatur entscheidend. Anfangs gelangt die Substanz hauptsächlich in die stark durchbluteten Organe (Gehirn, Herz, Leber, Lunge). Danach erfolgt eine rasche Umverteilung vorwiegend in die Muskulatur.
    Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich in der Leber. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt nach einmaliger i.v.-Injektion 3-8 Stunden, dabei ist die Elimination aus dem Fettgewebe der limitierende Faktor. Wiederholte Injektion führt zu einer stark verlängerten Narkosetiefe!!

    Anwendung

    Indikation
  • Narkoseeinleitung
  • Status epilepticus
  • Konvulsive Zustände
  • Thiopental wird zur Narkoseeinleitung bei bewusstlosen Patienten unterschiedlichster Ursache, nach SHT und beim Status epilepticus eingesetzt.

    Bereits innerhalb von etwa 30 Sekunden (je nach Kreislaufzeit des Patienten) kommt es nach i.v.-Applikation von 2- 5 mg/kg zum Bewusstseinsverlust. In dieser kritischen Phase können Tremor, Muskelzuckungen, Husten, Singultus und Laryngospasmus auftreten, Atemdepression bis zum Atemstillstand folgen. Das Schlagvolumen des Herzens sinkt und es kommt immer zum Blutdruckabfall.
    Die Wirkungsdauer beträgt 5- 10 Minuten mit einer Nachschlafphase von 10- 30 Minuten. Die nutzbare Narkosedauer liegt bei 5- 8 Minuten.

    Nebenwirkungen

    Wirkung
  • narkotisch
  • Nebenwirkung
  • zentrale Atemlähmung
  • Laryngospasmus
  • Cardiodepression
  • selten Anaphylaxie
  • Der individuelle Bedarf an Thiopental ist höchst unterschiedlich, sodass die angegebenen Werte lediglich als Richtlinien zu verstehen sind. Es ist in jedem Fall nach Wirkung zu dosieren!! Erfahrungsgemäß ergeben sich mehr Probleme, wenn unterdosiert wird (Husten, Laryngo- oder Bronchospasmus, Abwehrbewegungen).

    IMMER kommt es zu Blutdruckabfall und Cardiodepression. Deshalb bei vorgeschädigtem Herzen besonders vorsichtig dosieren (langsam applizieren!) oder besser Hypnomidate verwenden.

    Warnhinweise

    Wird Thiopental irrtümlich intraarteriell injiziert, dann kommt es sofort zum Gefäßspasmus mit Thrombosierung mit nachfolgender Gangrän. Unmittelbar zu ergreifende Gegenmaßnahmen sind beispielsweise Blockierung des Plexus brachialis, intraarterielle Procaininjektion und gleichzeitige Antikoagulation.

    Eine paravenöse Applikation ist mit Schmerzen und lokaler Nekrose verbunden (Lidocain nachspritzen und Venflon entfernen) verläuft insgesamt aber weit weniger dramatisch.

    Vorsicht bei

    kardiovaskuläre Vorerkrankung
    hypovolämischem Schock


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    Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Narkotika - Thiopental
    © 12.2.2002 by Anton Ernst Lafenthaler und Michael Deutinger
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