Suchfunktion Home Inhaltsverzeichnis Notfallmedizin - Notfallmedikamente

893 - Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Thrombolytikum - Tenecteplase, Metalyse


Tenecteplase
  • Fertigspritze 8.000 U
  • Fertigspritze 10.000 U
  • Dosis
  • 0,5 mg/kg
  • Metalyse ®

    Beim akuten Myokardinfarkt ist nach eindeutiger Diagnosestellung und Ausschluss der Kontra-Indikationen in der Regel immer eine Lyse indiziert.
    Bei uns kommt Tenecteplase seit 1.Juli 02 im Notarztdienst zur Anwendung.

    Pharmakokinetik

    Tenecteplase ist ein Pulver mit Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung. Die Substanz entspricht einer gentechnisch hergestellte Mutante aus rt-PA (=Actilyse) mit höherer Fibrinspezifität (=rekombinanter fibrinspezifischer Plasminogen-Aktivator). Das am Thrombus haftende Plasminogen wird durch Tenecteplase in Plasmin übergeführt. Aufgrund der Fibrinspezifität von Tenecteplase ist der Abfall von Fibrinogen, Plasminogen und alpha-2-Antiplasmin nur gering. Die HWZ beträgt um 20 min. Die Wirkstärke wird in Unit angegeben unter Bezugnahme eines Referenzstandards, der tenecteplase-spezifisch ist. Nach Auflösung ergibt sich eine farblose bis schwach gelbliche, klare Lösung.

    Nebenwirkungen

    Kontra-Indikation
  • GI-Blutung
  • Nasenbluten
  • ICH
  • Hämatoperikard
  • Arrhythmien
  • Blutung im Magen-Darmtrakt, Zahnfleisch- und/oder Nasenblutungen kommen hin und wieder vor. Intrazerebrale oder retroperitoneale Blutungen oder gar ein Hämoperikard sind selten und liegen unter 1 Prozent.

    Arzneimittel, welche die Gerinnung beeinflussen oder die Thrombozytenfunktion verändern (z.B. Ticlopidin,Clopidogrel, niedermolekulares Heparin) können natürlich die Blutungsgefahr vor, während und nach der Metalyse erhöhen. Ob Tenecteplase in die Muttermilch übergeht ist nicht bekannt.

    Anwendung

    Der Venflon muss vor Verabreichung der Metalyse mit NaCl gespült werden. Andere Arzneimittel dürfen nicht zugemischt werden, mit Glucoselösungen ist Tenecteplase inkompatibel. Die Verabreichung erfolgt durch einmaligen i.v.-Bolus gewichtsbezogen (siehe Tabelle) innerhalb 10 Sekunden kombiniert (vor oder nach der Metalyse) mit 125-250 mg - Aspisol - i.v. und Heparin bzw. Lovenox 30 mg i.v. - wie im Kapitel - Lysetherapie - beschrieben.

    Dosierung

    KG (kg) Metalyse (U) Lösung (ml)
    < 60 kg
    60 - 70 kg
    70 - 80 kg
    80 - 90 kg
    > 90 kg
    6.000 U
    7.000 U
    8.000 U
    9.000 U
    10.000 U
    6 ml =30 mg
    7 ml =35 mg
    8 ml =40 mg
    9 ml (45 mg
    10 ml =50 mg

    Eine Wiederholung der Lyse ist nicht anzuraten, auch wenn bisher keine AG-Bildung gegen Tenecteplase beobachtet wurde. Anaphylaktoide Reaktionen können auftreten. Kommt es zu einer Blutung, so ist zumindest die Antagonisierung des Heparins mit Protamin zu erwägen und sind evtl. Antifibrinolytika zu verabreichen . . .

    Absolute KONTRAINDIKATIONEN beachten !!

    Hirnblutung in der Anamnese
    Blutdruck > 200 mmHg

    Neben der Lyse-Therapie ist seit einigen Jahren auch die PPCI möglich und insbesondere in der Kernarbeitszeit raschest durchführbar. Dafür wurde ein - STEMI-Management - ausgearbeitet.

    Anmerkung: Die Medikamentenwahl und deren Spezialitätenname sind keine Empfehlung einer speziellen Herstellerfirma und stehen in keinster Weise mit meiner Person in Verbindung. Es sind jene Medikamente, die bei uns im NEF mitgeführt werden.


    Suche Home Inhaltsverzeichnis 90 91 92 94 Medikamente

    Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Thrombolytikum - Tenecteplase, Metalyse
    © 30.1.2003 by Anton Ernst Lafenthaler
    mm-tenect