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873 - Notfallmedizin/Notallmedikamente: Methylprednisolon (MPS)
| Methylprednisolon |
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Wirkung:
Solu-Medrol ist eine i.v. injizierbare Form des Glukokortikoids
Methylprednisolon. Es besitzt eine starke antiinflammatorische Wirkung,
in hoher Dosis ist es gut antiödematös wirksam.
Für traumatische Rückenmarksschädigungen ist der Benefit statistisch
dokumentiert (Nascis 2) - aber umstritten.
| Indikation |
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Anmerkung: Die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Neben den bekannten Nebeneffekten wie BZ-Erhöhung, Immunsuppression etc. kommt es auch zu psychischen Beeinträchtigungen bzw. Wahrnehmungsstörungen, wie z.B. veränderten Realitätswahrnehmung, Unbehagen und Bewusstseinsveränderung. Halluzinationen werden (eigene Beobachtung) des öfteren berichtet.
| Wirkung/NW |
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Die neuesten Empfehlungen bzgl. der hochdosierten Corticoidgabe werden kontrovers diskutiert. Die NASCIS III umfasst 3 Behandlungsgruppen. Alle erhalten sie die Initialdosis von 30 mg/kg. Unterschiedlich dann die
Dauer der MPS-Gabe von 5,4 mg/kg/h mit 24 Stunden-Infusion, 48 Stunden in der zweiten Behandlungsgruppe und 2,5 mg/kg Tirilazad im 6-stündigen Intervall ebenfalls für die Dauer von 48 Stunden. Die Beurteilung der neurologischen Erholung wurde erstmals standardisiert.
Ergebnis: Nach 1 Jahr erholten sich alle Patienten gleichermaßen, unabhängig von der Art der
medikamentösen Behandlung.
Die Gruppe, welche 48 Stunden mit MPS behandelt wurden, wiesen nach 6 Wochen und 6 Monaten eine geringgradig bessere Motorik auf, im Gegensatz zu denen, die nur 24 Stunden mit MPS oder mit Trilazad behandelt wurden. Die sensorische Beeinträchtigung blieb unbeeinflusst. Leider gab es keine Plazebogruppe in dieser Studie.
Unbestritten ist aber das Zeitfenster von 8 Stunden, innerhalb der die Therapie eingeleitet werden soll. Eine erst nachher begonnen MPS-Therapie hat keinen nachweisbaren Nutzen, sondern lediglich Nebenwirkungen. Als "erheblich" wurden aber die NW der Therapie eingestuft wie septische Komplikationen, insbesondere in der Gruppe, die 48 Stunden MPS erhielten.
Fazit: Der Entschluss, kein MPS nach spinalem Trauma zu geben, kann nicht als Unterlassung gewertet werden, entsprechend dem Kenntnisstand der Studiendatenlage 1999 (NASCIS III). Wichtig - insbesondere vor Ort - ist die adäquate Sauerstoffversorgung, die KL-Stabilisierung und selbstverständlich die professionelle Bergung . . .
Anmerkung: Die Medikamentenwahl und deren Spezialitätenname sind keine Empfehlung einer speziellen Herstellerfirma und stehen in keinster Weise mit meiner Person in Verbindung. Es sind jene Medikamente, die bei uns im NEF mitgeführt werden.
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Notfallmedizin/Notallmedikamente: Methylprednisolon
© 14.2.2005 by Anton Ernst Lafenthaler
mm-promed