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845 - Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Muskelrelaxans - Succinylcholin
| Succinylcholin |
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Succinylcholin (Lysthenon) ist ein kurzwirksames, depolarisierendes Muskelrelaxans, das eine schlaffe Lähmung der Skelettmuskulatur durch Bockade der Impulsübertragung an der motorischen Endplatte hervorruft. Es zeichnet sich durch raschen Wirkungseintritt und kurze Wirkdauer von wenigen Minuten aus und ist aus diesem Grund ein präklinisch zur Narkoseeinleitung den Curareabkömmlingen deutlich überlegenes Medikament.
| Indikation |
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Initial treten durch den Depolarisationsblock Muskelfaszikulationen auf,
die bei muskulösen Personen sehr heftig sein können.
Zu achten ist insbesondere auf Herzrhythmusstörungen wie Bradykardie, Tachykardie,
Kammerflimmern oder gar Asystolie, die häufiger bei nicht ausreichender
Oxygenierung auftreten. Deshalb vor der Narkoseeinleitung gut präoxygenieren!
So kommt es nach Succinylgabe immer zur Verlängerung der AV-Überleitungszeit auf
>0,2ms mit gehäuft ventrikulären Arrhythmien.
Weiters kommt es zur Hypersalivation und vermehrter Bronchialsekretion.
Aufgrund einer vehementen Histaminausschüttung kann es zum Bronchospasmus kommen.
Der Augeninnendruck und der Druck im GI-Trakt steigt an und erhöht
dadurch die Aspirationsgefahr, insbesondere bei Adipoitas permagna und Ileus.
| Wirkung |
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Die Gabe von - Atropin - kann muskarinartige Effekte
wie Bradykardie, gesteigerte Bronchialsekretion und Hypersalivation verhindern.
Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann es bei Anwendung von Lysthenon zu
nicht oder erst nach Stunden der Reanimation behebbaren Herzstillstand, meist
im Zusammenhang mit bis dahin nicht erkannten neuromuskulären Erkrankungen kommen.
Deshalb wird auch bei scheinbar Gesunden die Anwendung von Lysthenon nur bei
vitaler Indikation empfohlen.
Die Wirkung setzt innerhalb 1 Minute ein und dauert 2- 5 Minuten an. Der Abbau von Succinylcholin erfolgt durch die Serumcholinesterase. Ein CHE-Mangel, der bei schweren Leberschäden oder Kachexie gar nicht selten ist, verlängert die Wirkdauer zum Teil erheblich. Eine Nachinjektion ist möglich, sollte aber nicht notwendig sein.
Lysthenon im Notarztkoffer? - In unterschiedlichen Notarztsystemen wird Succinylcholin (Lysthenon) nicht verwendet. Obwohl die beschriebenen Gefahren nicht zu unterschätzen sind, sind bei uns lebensbedrohliche Komplikationen bisher nicht vorgekommen. Die Blitzintubation bleibt allerdings dem Geübten vorbehalten.
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Intubationsunmöglichkeit neuromusk. Erkr. penetr. Augenverl. CHE-Mangel (?) |
Anmerkung: Die Medikamentenwahl und deren Spezialitätenname sind keine Empfehlung einer speziellen Herstellerfirma und stehen in keinster Weise mit meiner Person in Verbindung. Es sind jene Medikamente, die bei uns im NEF mitgeführt werden.
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Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Muskelrelaxans - Succinylcholin
© 12.2.2002 by Anton Ernst Lafenthaler und Michael Deutinger
mm-lysth