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861 - Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Kolloide - HAES, Hydroxyaethylstärke
| Voluven |
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Hydroxyäthylstärke ist ein Polysacharid mit starker Verzweigung,
die Bindungen sind 1-4-glykosidisch wie beim Glykogen. Dadurch haben sie ein hohes Wasserbindungsvermögen.
Im Blut werden die Moleküle von der alpha-Amylase in Bruchstücke zerlegt und nach
Unterschreitung der glomerulären Filtergröße ausgeschieden.
Es werden bei uns im Notfalldienst generell nur mehr HES 130/0,4 - Infusionen verwendet. als Indikation gilt der - Volumenmangel-Schock.
| Wirkung |
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Mit HES 450/0,5 wurden die ersten Studien gemacht mit vielen negativen Ergebnissen.
Die Moleküle waren zu groß und konnten nicht ausreichend abgebaut bzw.
ausgeschieden werden. Zusätzlich kam es zu Gerinnungsstörungen.
Bis vor kurzem war HES 200/0,5 in Verwendung, welche frei (?) von derartigen
Nebenwirkungen sein sollen und es wurden von uns auch keine anaphylaktischen Reaktionen beobachtet.
Derzeit verwenden wir HES 130/0,4, welches auch für Kleinkinder angewendet werden kann.
Die neue Hydroxyethylstärke mit 130.000 Dalton hat eine sehr geringe Streubreite
in der Verteilung der Molekülgröße (Substitutionsgrad der Hydroxylgruppen um 0,4)
und macht fast keine Kummulation im Gewebe mehr
(HES wird im RES gespeichert, beeinflusst aber nicht die Organfunktion).
Die Nierenspeicherung von HES zeigt keine Beeinträchtigung der Nierenfunktion.
Kleinere Moleküle, die unterhalb der Nierenschwelle liegen (60.000 - 70.000 Dalton)
werden mit dem Urin ausgeschieden, größere werden vorher von der alpha-Amylase im
Plasma gespalten.
Nach 30 min beträgt der Plasmaspiegel von Voluven noch 75% der Maximalkonzentration.
Dieser fällt nach 6 Stunden deutlich ab. 500 ml Voluven ist nach 24 Stunden praktisch nicht mehr nachweisbar.
Maximaldosierung laut Hersteller: 50 ml/ kg/ d - in der
Praxis ist wohl auch mehr möglich (bis zu 1.000 ml).
Zu bedenken ist allerdings die dadurch bedingte erhöhte Blut-Viskosität und
die massive Blutverdünnung (Volumeneffekt 1:1) bis zu einen kritischen Wert
von 6 Hb bzw Hk < 20%. Deshalb müssen zuerst ausreichend Ringerinfusionen
verabreicht werden. Auch die Gerinnung leidet unter dieser Verdünnung.
Ab 150 g möglicherweise Auftreten von Juckreiz, welcher monatelang anhalten kann (selten).
Lungenödem, Nierenversagen (dialysierbar?), intrakranielle Blutungen und Überempfindlichkeit gegen HES sind Kontraindikationen.
Über die Kombination von Hyperhes mit Voluven liegen bei uns keine Erfahrungen vor, da es
wegen der dadurch hervorgerufenen Hypernatriämie (KI ?) nicht kombiniert wird.
| Lungenödem Allergie intrakranielle Blutung Hypernatriamie (?) |
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Notfallmedizin/Notfallmedikamente
Kolloide - HAES, Hydroxyaethylstärke
© 10.2.2004 by Anton Ernst Lafenthaler
mm-haes