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832 - Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Spasmolytika - Scopolamin, Hyoscin


Hyoscin
  • 1 Amp.= 1ml= 20mg
  • Dosis
  • 20- 40mg i.v. (s.c, i.m.)
  • Buscopan®

    Hyoscin wird in den unterschiedlichsten Solanaceae (Nachtschattengewächsen) gefunden, welche immer auch Atropin enthalten. Wie beim Atropin ist auch hier nur die linksdrehende Form biologisch wirksam. Obwohl Scopolamin qualitativ dem Atropin entspricht, wirkt es doch an den verschiedenen Organen quantitativ ganz unterschiedlich. Auf das Auge und die Speicheldrüsen wirkt es wesentlich stärker als Atropin, die Herzfrequenz wiederum wird kaum beeinflusst. Zentral wirkt es eher dämpfend.

    Wirkung
  • spasmolytisch
  • parasympatholytisch
  • Nebenwirkung
  • Tachykardie
  • Mundtrockenheit
  • Akkomodationsstörung
  • Scopolamin (=Hyoscin) besitzt eine spezifisch krampflösende Wirkung auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Traktes, sowie der Gallen- und ableitenden Harnwege.
    Sonstige für Anticholinergika typische Wirkungen ( bzw. Nebenwirkungen ) wie Tachykardie - Mundtrockenheit - Akkomodationsstörungen können wohl auftreten, sind aber in der Regel leicht und wegen der nur kurz wirksamen Blutspiegel nicht von langer Dauer.

    Indikation

    Buscopan kommt (erfahrungsgemäß besonders gut in Kombination mit Metamizol) bei viszeralen krampfartigen Schmerzen des Magen-Darm-Kanals und bei Koliken (Gallen- und Nierenkoliken) zur Anwendung. Geeignet ist es auch für dysmenorrhoische Beschwerden, allerdings mit strenger Indikationsstellung im 1. Trimenon einer SS.

    Pharmakokinetik - Nach i.v.-Applikation wird der Wirkstoff rasch aus dem Plasma eliminiert und im Gewebe des Magen-Darm-Traktes, der Leber und Niere angereichert. Es besteht also eine hohe Gewebeaffinität bei sehr kurzer Halbwertszeit. Der Wirkstoff passiert die Blut-Hirn-Schranke nicht, deswegen gibt es im therapeutischen Bereich keine NW auf das ZNS.

    KONTRAINDIKATIONEN beachten

    Engwinkelglaukom
    Magen-Darm-Stenosen
    Myasthenia gravis
    Grav.,1.Trimenon

    Scopolamin-Vergiftung

    Im Gegensatz zu Atropin herrschen hier die zentral dämpfenden Wirkungen vor. Scopolamin dringt leichter als Atropin ins Gehirn ein (höhere Lipidlöslichkeit). Größere Dosen bewirken Koma und eine Mydriasis. Die Haut ist trocken aber mehr zyanotisch als gerötet, weil das Atemzentrum gehemmt wird. Die Notfalltherapie gilt der Überwindung der Atemlähmung, d.h. Intubation und Beatmung.

    Anmerkung: Die Medikamentenwahl und deren Spezialitätenname sind keine Empfehlung einer speziellen Herstellerfirma und stehen in keinster Weise mit meiner Person in Verbindung. Es sind jene Medikamente, die bei uns im NEF mitgeführt werden.


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    Notfallmedizin/Notfallmedikamente
    Spasmolytika - Scopolamin, Hyoscin
    © 30.12.2001 by Anton Ernst Lafenthaler und Michael Deutinger
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