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804 - Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Parasympatholytika - Atropin


Atropinsulfat
  • 1 Amp = 1ml= 0,5mg
  • 1 Amp.= 10ml= 100mg
  • Dosis
  • 0,005- 0,015mg/kgKG i.v.
  • Erw.: 1 Amp. initial
  • E605-Intox.: 5mg initial
  • Atropin ®

    Atropin, ein Parasympatholytikum und hemmt kompetitiv das Acetylcholin an den Muskarinrezeptoren. Die Wirkung des Acetylcholins an Ganglien und an den motorischen Endplatten wird erst durch hohe Dosen beeinträchtigt. Es steht also die Hemmung der über den Parasympathicus vermittelten Funktionen im Vordergrund: Speichel-, Rachen-, Bronchial-, Magen- und Pankreassekretion nehmen ab, Tonus und Motilität des Magen-Darm-Traktes werden reduziert und die Harnentleerung erschwert.

    Indikation
  • Bradykardie
  • E605-Vergiftung
  • Prämedikation - Narkose
  • Atropin ist das Racemat von D- und L-Hyoscyamin (Hyoscin=Scopolamin). Das rechtsdrehende Isomer ist unwirksam. Äquipotente Dosen zu 0,5 mg Atropin sind 0,25 mg Scopolamin oder 0,2 mg Glykopyrrolat.

    Wirkung

    In der Notfallmedizin hauptsächlich von Bedeutung ist die Wirkung am Herzen. Hier kommt es zu einem Anstieg der Schlagfrequenz und einer Verkürzung der AV-Überleitungszeit. Bei zu niedriger Dosierung tritt gelegentlich paradoxerweise eine Frequenzabnahme auf. Bei normaler Kreislaufzeit ist ungefähr nach 45 Sekunden ein Wirkungseintritt zu erwarten.
    Anmerkung: Wegen der bronchialsekretionshemmenden und generell vagolytischen Wirkung sollte Atropin vor jeder Narkoseeinleitung im präklinischen Bereich gegeben werden. Auch wirkt es einem drohenden Bronchospasmus entgegen.

    Wirkung
  • parasympatholytisch
  • herzfrequenzsteigernd
  • Nebenwirkung
  • Mundtrockenheit
  • Akkomodationsstörungen
  • ZAS
  • Dosierung - Im allgemeinen werden 0,5- 1mg verabreicht, lediglich bei der Alkylphosphatintoxikation (E605) kommen hohe Dosen bis 100mg!!! zur Anwendung. Man beginnt jedoch hierbei mit 5mg und steigert vorsichtig.

    Nebenwirkungen

    Die Nebenwirkungen sind dosisabhängig. Zu kleine Dosen (0,1- 0,2 mg i.v.) bewirken eine Bradykardie (zentrale Wirkung)! Bei Dosen über 1,5 mg ist bereits mit ZNS-Wirkungen (Schwindel, Unruhe, Erregung) zu rechnen, bei 5-10 mg kann ein - zentrales anticholinerges Syndrom - ausgelöst werden mit Ruhelosigkeit, Konfusion und Halluzinationen.

    AV-Block und Knotenrhythmus sind nach Atropingabe gehäuft, bessern sich aber spontan. Bei Kinder treten Arhythmien mit und ohne Atropin gleich häufig auf.

    KONTRAINDIKATIONEN beachten

    Glaukom
    Tachyarrhythmie
    Ileus
    Myasthenia gravis


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    Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Parasympatholytika - Atropin
    © 29.9.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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