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804 - Notfallmedizin/Notfallmedikamente: Parasympatholytika - Atropin
| Atropinsulfat |
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Atropin, ein Parasympatholytikum und hemmt kompetitiv das Acetylcholin an den Muskarinrezeptoren. Die Wirkung des Acetylcholins an Ganglien und an den motorischen Endplatten wird erst durch hohe Dosen beeinträchtigt. Es steht also die Hemmung der über den Parasympathicus vermittelten Funktionen im Vordergrund: Speichel-, Rachen-, Bronchial-, Magen- und Pankreassekretion nehmen ab, Tonus und Motilität des Magen-Darm-Traktes werden reduziert und die Harnentleerung erschwert.
| Indikation |
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Atropin ist das Racemat von D- und L-Hyoscyamin (Hyoscin=Scopolamin). Das rechtsdrehende Isomer ist unwirksam. Äquipotente Dosen zu 0,5 mg Atropin sind 0,25 mg Scopolamin oder 0,2 mg Glykopyrrolat.
In der Notfallmedizin hauptsächlich von Bedeutung ist die Wirkung am Herzen.
Hier kommt es zu einem Anstieg der Schlagfrequenz und einer Verkürzung der
AV-Überleitungszeit. Bei zu niedriger Dosierung tritt gelegentlich
paradoxerweise eine Frequenzabnahme auf. Bei normaler Kreislaufzeit
ist ungefähr nach 45 Sekunden ein Wirkungseintritt zu erwarten.
Anmerkung: Wegen der bronchialsekretionshemmenden und generell vagolytischen Wirkung sollte Atropin
vor jeder Narkoseeinleitung im präklinischen Bereich gegeben
werden. Auch wirkt es einem drohenden Bronchospasmus entgegen.
| Wirkung |
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Die Nebenwirkungen sind dosisabhängig. Zu kleine Dosen (0,1- 0,2 mg i.v.) bewirken eine Bradykardie (zentrale Wirkung)! Bei Dosen über 1,5 mg ist bereits mit ZNS-Wirkungen (Schwindel, Unruhe, Erregung) zu rechnen, bei 5-10 mg kann ein - zentrales anticholinerges Syndrom - ausgelöst werden mit Ruhelosigkeit, Konfusion und Halluzinationen.
AV-Block und Knotenrhythmus sind nach Atropingabe gehäuft, bessern sich aber spontan.
Bei Kinder treten Arhythmien mit und ohne Atropin gleich häufig auf.