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331 - Notfallmedizin/Notfallversorgung: Stromunfall
| Vorgehen |
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Hochspannungsunfälle - entstehen durch Licht- bzw. Flammenbogen
mit hoher Hitzeentwicklung bis 4000 Grad.
Ab einer Spannung von > 1000 Volt spricht man von Hochspannung.
Niederspannungsunfälle - liegen < 1000 Volt. Sie sind jene,
welche entweder im Haushalt (220 Volt Wechselstrom) oder am Arbeitsplatz
(Wechselstrom und/oder Drehstrom) Ursache von Elektrounfällen sind.
Der Blitzschlag - ist eine Sonderform des Hochspannungsunfalles.
| Spezielle Kapitel |
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Bei Hochspannungsunfällen finden sich IMMER Strommarken (elektrothermische Verletzung
am Eintritts- und Austrittspunkt). Sie entsprechen graugelbliche Nekrosen auf der Haut,
welche bis zum Knochen gehen können.
Durch die Ein- und Austrittstellen des Stromes
kann der Stromdurchfluss durch den Körper rekonstruiert und die Schwere der Verletzung
abgeschätzt werden. Die elektrothermische Gewebszerstörung entspricht primär einem
Crush-Trauma. Je nach Stromfluss durch den Körper sind der Herzmuskel (Kammerflimmern)
und/oder das Stammhirn (Atemzentrum) mitbetroffen.
Bevorzugt im Haushalt (220 Volt Wechselstrom) kommt es zu Niederspannungsunfällen. Dabei entstehen KEINE Strommarken an der Ein- und Austrittsstelle. Je nach Stromdurchfluss kann ebenfalls der Herzmuskel (Kammerflimmern) oder aber das Stammhirn (Atemzentrum) mitgeschädigt sein.
Bei Haushaltsunfällen muss unbedingt erst die Stromquelle abgeschalten werden (den Hauptschalter im Sicherungskasten abschalten, Stecker aus der Steckdose ziehen etc.), bevor Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden - Niederspannungsunfall
Bei Hochspannungsunfällen darf der Gefahrenbereich keinesfalls betreten werden. Herabhängende Seile, Drähte etc. können stromführend sein und bauen, wenn sie den Boden berühren einen Spannungstrichter auf. Bei Hochspannungsfreileitungen muss bei herabhängenden Seilen ein Mindestabstand von 10 m eingehalten werden.
Erst wenn ein Beauftragter der Stromgesellschaft oder der ÖBB-Einsatzleiter bei Bahntrassen vor Ort die Zustimmung erteilt, darf das Gefahrengebiet betreten und dem Verunglückten geholfen werden. Selbst nach erfolger Freischaltung (Beendigung der Stromzufuhr - meist von entfernter Stelle) besteht weiterhin die Gefahr der Restspannung.
Höchstmöglichen Eigenschutz erreicht man (neben der Beachtung üblicher
Vorsichtsmaßnahmen) durch gemeinsames Betreten der Unfallstelle mit
dem technischen Verantwortlichen.
Therapie siehe - Hochspannungsunfall
Der Blitzunfall entspricht einem Hochspannungsunfall. Durch das rasche Abklingen des
Entladungsstromes sind nach dem Ereignis keine speziellen Verhaltensregeln bzw. Vorsichtsmaßnahmen
zu beachten.
Therapie siehe - Blitzunfall
Bei Bewusstlosen nach Stromunfällen ist die sofortige
Defibrillation vorzubereiten. Nach Anlegen
der Pads wird bei bestehendem Kammerflimmern sofort defibrilliert.
Bei Atemstillstand
trotz deutlich tastbaren Puls muss aufgrund einer möglichen Stammhirnläsion (Atemzentrum geschädigt)
sofort intubiert + kontrolliert beatmet werden.
Bei Hochspannungsunfällen kommen neben der oben genannten Komplikationen noch die Gewebsnekrosen mit der Crush-Symptomatik hinzu - Myoglobinurie und drohendes Nierenversagen. Deshalb muss sofort ausreichend Flüssigkeit substituiert werden, um die Diurese in Gang zu halten. Kommt es aufgrund der Hitzeentwicklung auch zur Entflammung der Kleidungsstücke, so müssen die dadurch bedingten Brandverletzungen ebenfalls sofort behandelt werden. Die Berechnung des Flüssigkeitersatzes (Ringer-Lösung - keine Kolloide) erfolgt nach verbrannter Hautoberfläche.
Baxter-Formel - 4 ml kristalloide Lösung x % verbrannte Körperoberfläche x kg (Körpergewicht) in 24 h, wobei die Hälfte in den ersten 8 Stunden verabreicht wird.
Bei Hochspannungsunfällen
ist auch mit inneren Verbrennungen zu rechnen (noch höherer Flüssigkeitsbedarf als berechnet).
Durch die Stromeinwirkung verursachten Krämpfe entstehen nicht selten
Frakturen.
Neben der Zerstörung der Muskulatur können Gefäßzerreißungen mit schweren Blutungen
entstehen. Ebenso ist eine Perforation des Interstinums möglich.
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Notfallmedizin/Notfallversorgung: Stromunfall
© 21.2.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
mk-strom