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307 - Notfallmedizin/Sofortmaßnahmen: Laienreanimation
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Grundsätzlich muss unterschieden werden, ob nur 1 Helfer vor Ort ist oder mehrere, so dass
immer auch gleichzeitig mit der Erste Hilfe-Leistung weitere Hilfe geholt werden kann.
Beim Kindernotfall sind im Gegensatz zum Erwachsenennotfall Sofortmaßnahmen unabdingbar.
Bei den Erwachsenen handelt es sich beim plötzlichen KL-Stillstand meist um Kammerflimmern. Da die Überlebenschance ohne Defibrillation um 10% pro Minute sinkt, wird empfohlen, zuerst Hilfe zu holen und dann erst mit der Reanimation zu beginnen.
Bei Kinder geht dem KL-Stillstand meist eine respiratorische Insuffizienz voraus, daher erst Notfallbeatmung für etwa 1 min, danach Alarmierung der Rettung. Diese Vorgangsweise scheint auch im Erwachsenenalter bei Ertrunkenen, Traumapatienten und Intoxikationen sinnvoll zu sein.
Nicht nur Laien, sondern auch professionelle Helfer können den Puls nicht sicher tasten. Die Fehlerquote insbesonders bei Laien liegt bei über 40%. Daher sollte keine Zeit mit der Pulssuche verschwendet werden. Ist keine Atmung wahrnehmbar, sofort mit der Reanimation beginnen.


Die pulmonale Compliance und der Oesophagusverschlussdruck nehmen beim
KL-Stillstand ab. Bei der Beatmung kommt es immer auch zu einer Magenbeatmung.
Bei der Maskenbeatmung sollte man durch kleine
Beatmungsvolumina 6-7 ml/kg (Beatmungsbeutel nur wenig (!) eindrücken) diese
Komplikation zu vermeiden suchen.
Bei der Mund-zu-Mund-Beatmung muss allerdings, um eine ausreichende CO2-Elimination
zu gewährleisten mit 10ml/kg beatmet werden.
Die Intubation ist der Goldstandard zur Sicherung der Atemwege. Combitube und Larynxmaske sind Hilfsmittel und keine wirklichen Alternativen. Das Ösophagusintubationen immer wieder vorkommen, wäre die Kapnometrie im Notarztwagen anzustreben. Eine Fehldeutung ist allerdings auch hier möglich.
Neuere klinische Studien zeigen, daß eine Thoraxkompressionsfrequenz von
100/min von Vorteil ist.
Wird die Mund-zu-Mund-Beatmung abgelehnt, so kann die
alleinige Thoraxkompression ebenfalls von Nutzen sein; wird aber hier nicht empfohlen.
ERC-Guidelines 2005 -
Bei der Ein- wie der Zweihelfermethode wird generell die
30:2-Methode empfohlen; bei Kinder die 15:2-Methode.
Lediglich die - Neugeborenenreanimation - macht eine Ausnahme . . .
ACD - CPR - Die aktive Kompression-Dekompressions-Methode (ACD - Cardiopump) kann eine Verbesserung bringen (Studie aus Paris mit 2-5% höherer Einjahresüberlebensrate) ist aber von der Erfahrung der Anwender abhängig und mit mehr Komplikationen verbunden.
Bei Kinder über 8 Jahren können halbautomatische Defibrillatoren angewendet werden. Eine biphasische Defibrillation kommt dabei gegenüber der monophasischen mit weniger Energie aus und bringt einen größeren (?) Erfolg.
Ein gesicherter Effekt bei der Gabe von mehr als 1 mg Adrenalin konnte nie (?) nachgewiesen werden. Erhöhter myokardialer Sauerstoffverbrauch, Verkürzung der myokardialen Aktionspotentiale bis zum therapierefraktären Kammerflimmern sind diskutiert worden.
Bei Vasopressin hingegen konnte im Tierversuch (?) bei der CPR ein signifikant höherer linksventrikulärer myokardialer und cerebraler Blutfluss nachgewiesen werden.