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051 - Notfallmedizin/Konzepte: Notfallversorgung - Golden hour disease


Golden hour disease
  • Kammerflimmern
  • Polytrauma
  • Myokardinfarkt
  • Apoplex
  • Golden hour disease

    Die lebensbedrohlichen Krankheitsbilder in der Notfallmedizin fordern nicht nur eine rasche Versorgung um einen Erfolg in der präklinischen Versorgung gewährleisten zu können, sondern vielmehr noch ein integriertes Therapiekonzept.

    Therapiekonzept + Intervall

    Nachfolgend seien lebensbedrohliche Krankheitsbilder vorgestellt, die aufgrund eines guten Therapiekonzeptes und des kurzen Therapieintervalles eindeutig für den Erfolg einer präklinischen Versorgung sprechen. Das Zeitfenster gibt an, in welchem Intervall die präklinische Notfall-Therapie ein positives Outcome gewährleistet.

    Notfall Zeitfenster Notfalltherapie
    Herzstillstand 3 - 5 min Reanimation
    Polytrauma bis 60 min Anästhesie, Analgesie
    Myokardinfarkt bis zu 1 h Medikamente, Lyse
    Apoplex 1 - 2 h Oxygenierung, Anästhesie
    Zeitschrift: Notfall/Rettungsmedizin 7-2001, Springer-Verlag (modifiziert)


    Herzstillstand, Kammerflimmern

    Beim Herzstillstand sinkt die Überlebenszeit um 5% pro Minute ohne Behandlung (Defibrillation, Reanimation). Diese Erkenntnis spricht für ein First Responder-System, um dieses Zeitfenster möglichst rasch zu überbrücken.

    Im Pongau/Salzburg gibt es dieses System teilweise in den Seitentälern. In diesen Gegenden ist es mit dem NEF nicht möglich, den Notfallort unter 15 - 20 min zu erreichen. Auch der NAH kann selten in diesen abgelegenen Orten einen wesentlichen Zeitgewinn herausholen (Landung erschwert oder unmöglich, Witterung etc.).

    Das verzögert eintreffende Rettungsmittel (NEF) setzt die begonnen Maßnahmen (first responder) fort und erreicht so zumindest nach Kammerflimmern (z.B: Myokardinfarkt, maligne Rhythmusstörungen etc.) eine wesentlich Steigerung der Überlebensrate bei akzeptablem bis ausgezeichnetem Outcome. Das Therapiekonzept im präklinischen Bereich scheint bei uns erfolgreich.


    Polytrauma

    Schwerst traumatisierte Patienten mit Herzstillstand (meist Asystolie) haben trotz intensivmedizinischer Maßnahmen kaum eine Überlebenschance, wenn der Herstillstand durch das Unfallgeschehen verursacht ist (Beachte: Myokardinfarkt nach Unfallgeschehen !).

    Polytrauma + hämorrhagischen Schock

    Bei polytraumatisierten Patienten mit hämorrhagischen Schock ist das Therapiekonzept derzeit noch uneinheitlich. Frühintubation um einem ARDS als Spätfolge vorzubeugen scheint derzeit Standard. Aggressive Volumentherapie wird propagiert, ebenso aber auch die small volume resuscitation und die permissive Hypotension, da ein Blutdruck um 70 mmHg systolisch vorteilhafter sein könnte (geringer Blutverlust etc.).

    Apoplex

    Der Schlaganfall wird immer noch zu gering in die präklinischen Versorgung eingebunden. Frühzeitige Oxygenierung bei erhaltener Spontanatmung sind nahezu immer erfolgreich, wenn es sich um einen ischämischen Insult bzw. TIA handelt. Sauerstoffgabe + Kreislaufstabilisierung + Normoglykämie sind bei ausreichender Spontanatmung die vorangigen präklinischen Therapieziele. Bei respiratorischer Insuffizienz ist die Intubation mit kontrollierter Beatmung selbstverständlich.


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    Notfallmedizin/Konzepte: Notfallversorgung - Golden hour disease
    © 30.1.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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