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153 - Notfallmedizin/Leitsymptome: Intoxikation - Orale Giftaufnahme
| Leit-Symptome |
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In den Haushalten (und am Arbeitsplatz) finden sich neben zahlreichen giftigen Chemikalien
auch viele Medikamente insbesonders Sedativa und/oder Antidepressiva.
Dem Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bei Älteren steht der
Drogenmissbrauch bei Jüngeren gegenüber.
Es sollte immer, wenn möglich auch durch Fremd-Anamnese, die Art der Vergiftung eruiert werden. Auch wenn die Stabilisierung der Vitalfunktion im Vordergrund steht, ist eine spezifische Therapie nur möglich, wenn die ursächliche Substanz bekannt ist. Das Vorgehen hängt selbstverständlich davon ab, ob der Patient noch ansprechbar und kooperativ oder aber, somnolent, agitiert oder bewusstlos ist. Jeder bewusstlose, intoxikierte Patient ist auch unterkühlt, sowie KL-instabil und mehr oder weniger hypoxisch.


| Miosis |
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Kann aufgrund der (Fremd-) Anamnese die Art der Vergiftung nicht festgestellt werden, geben bestimmt Leitsymptome Hinweise auf die mögliche Substanz wie z.B. Pupillenveränderungen, die Art der Atemstörung und evtl. auftretende Krämpfe.
Miosis bei jüngeren Patienten muss an Opiate denken lassen. Bei Kinder bzw. Kleinkinder
können codeinhaltige Hustenmittel Ursache der Vergiftung sein. Auch Muskarine
machen eine Miosis (Risspilze und Trichterlinge - nicht der Fliegenpilz).
Miosis kann auch durch Sedativa, Narkotika, Alkylphosphate, Carbamate und alle
Cholinesterasehemmer verursacht sein.
| Mydriasis |
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Nach Ausschluss von Atem-, KL-Stillstand bzw. Encephalorhagien muss an eine Intoxikationen gedacht werden. Bei Kinder können es Tollkirschen (Atropa belladonna - Tollkirschendelir) sein, sein aber an Drogen wie auch an Weckamine (Ecstasy), Cocain und Halluzinogenen usw. muss gedacht werden.
Die - Scopolaminvergiftung - macht ebenfalls wie die Atropinvergiftung eine Mydriasis.
Bei der Medikamentenüberdosierung kommen hauptsächlich
Antihistaminika und Antidepressiva in Frage.
Krämpfe können zahlreiche Ursachen haben und sind immer auch Hinweis für eine cerebrale Hypoxie. Antihistaminika, giftige Pilze, Antidepressiva, Neuroleptika, Amphetamine, Strychnin und die bewusste Verabreichung von Insulin (fast immer Nicht-Diabetiker) können schwere Krämpfe verurachen.
Schwere Rhythmusstörungen kommen bei vielen Vergiftungen vor. Exzessive
Blutdrucksteigerungen auch z.B. bei LSD. Auch Antiarrhythmika machen überdosiert schwere
Rhythmusstörungen, ebenso organische Lösungsmittel (Schnüffelsucht - Kinder).
| Krämpfe/Delir |
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Delirante Zustände müssen bevorzugt an Psychosen, Encephalorrhagien oder Rauschmittel denken lassen, ebenso an spezielle überdosierten Medikamente wie Antihistaminika, Antiparkinsonmittel etc. An Rauschmittel kommen Kokain, Halluzinogene, Amphetamine (Ecstasy) u.a. illegale Drogen in Frage. An erster Stelle steht natürlich der Alkohol. Agitierte wie komatöse Alkoholiker sind immer auch verdächtig auf eine cerebrale Blutung.
Atemstörungen können ebenfalls durch eine Vielzahl von Medikamenten ausgelöst werden
(z.B. ß-Blocker bei Asthmatiker), ebenso Insektizide u.a. chemische Stoffe in Industrie und Haushalt.
Inhalative Noxen (Nitrose Gase, Blausäure, CO) führen zum toxischen Lungenödem.
Ein Lungenödem kann aber auch Folge einer Aspiration sein.
Erste und wichtigste Maßnahme ist das Sichern der Vitalfunktionen. Durch Fremd-Anamnese sollte versucht werden, die Art der Vergiftung festzustellen. Je nach Bewusstseinszustand des Patienten ist ein unterschiedliches Vorgehen anzuraten.
Anmerkung: Die Magenspülung wird derzeit generell nicht mehr als sinnvoll erachtet. Es sollte aber trotzdem nach Abwägung von Nutzen und Risiko nach Zeitpunkt der Ingestion und Art der Vergiftung (z.B. Tabletten) eine Magenspülung als Variante der Gifteliminierung versucht werden . . .
Seitlagerung und Einführen des Magenschlauches zur Magenspülung.
Meist kommt es schon dabei zum Erbrechen. Eine Aspirationsgefahr besteht
dabei praktisch nicht. Danach mit lauwarmen Leitungswasser spülen bis
keine Mageninhaltsreste mehr sichtbar sind (evtl. Mageninhalt sicherstellen
und mitnehmen).
Bei kleinen Kindern Magensonde zum Spülen verwenden.
Danach wird Kohlepulver 10 - 20 g in den Magen eingebracht.
Narkose (Thiopental) einleiten, intubieren und danach spülen. Atropin nur geben, wenn eine Bradykardie besteht. Zuletzt 10- 40 g Kohlepulver via Magenschlauch (Giftadsorbtion) und evtl. 20 g Glaubersalz (beschleunigt die Darmpassage).
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Notfallmedizin/Leitsymptome: Intoxikation
© 21.2.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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