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336 - Notfallmedizin/Leitsymptome: Gefäßverletzungen
| Leitsymptome |
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Scharfe Gefäßverletzungen, welche zur arteriellen Blutung führen entstehen durch Stich,
Schuss, Schnitt oder Pfählung.
Gefäßverletzungen aufgrund stumpfer Traumen rufen ein mehr oder weniger ausgeprägtes
Hämatom hervor mit zum Teil erheblichen Blutverlusten bis zum
hämorrhagischen Schock.
Indirekte Gefäßverletzungen im Zusammenhang mit Frakturen, Luxationen
(Überdehnungsverletzungen) und Ischämie aufgrund Gefäßspasmen oder
isolierten Verletzungen von Venen sind weniger dramatisch.
Bei der scharfen Gefäßverletzung kommt es aufgrund der Längselastizität der Elastica
interna je nach Verletzungsart zu unterschiedlichen Ergebnissen. Bei der spalt- oder
lochförmigen Gefäßwandverletzung verschließt sich das Gefäßlumen nicht, da die
Elastica interna aufgrund ihrer Längselastizität das Lumen offen hält.
Bei der vollständigen Durchtrennung der Arterie rollt sich die Elastica interna
mit der Intima ein und verschließt so das Lumen. Deshalb sistiert hier die Blutung spontan.
Bei der stumpfen Gefäßverletzung verläuft das Ausmaß der Gefäßschädigung von
innen nach außen.
Eine Quetschung einer Arterie führt zum Einriss der Intima mit der
Folge peripherer Durchblutungsstörungen.
Zu einer traumatisch bedingt Gefäßwandthrombose kommt es dabei erst, wenn auch
die Media geschädigt wurde.
Eine totale Zerquetschung der Arterie führt immer zur arteriellen Thrombose
und zur peripheren Ischämie.


Die - traumatische Aortenruptur - aufgrund eines Dezelerationstraumas
wird nur selten überlebt.
Schockbekämpfung und sofortiger Transport in die Klinik ist notwendig.
Arterielle Blutungen -
werden durch Kompressionsverband gestillt.
Kompression oberhalb der Verletzung ist meist nicht notwendig, ein Klemmen von
Gefäßen sollte unterlassen werden. Schockbekämpfung ist obligat. Fehlstellungen von
Extremitäten sollen korrigiert werden, um Überdehnungsschäden von Gewebestrukturen,
insbesondere Nerven und Gefäße zu verhindern.
| Verhindern der Verblutung Erhaltung der Gliedmaße oder des Organs |
Durch die Wiederherstellung der KL-Funktion (Schockbekämpfung), vorläufige Blutstillung und Schmerzbekämpfung (wichtig!) ist die Notversorgung abgeschlossen Ein rascher Transport in eine geeignete Klinik (gefäßchirurgische Einheit) ist anzustreben.


Fast immer ausreichend ist ein Druckverband.
Dabei kann neben der festen Umwickelung z.B. bei Extremitätenverletzung noch eine oder mehrere
Gaze-Polster miteingebunden werden, um eine zusätzlichen Kompression zu erreichen.
Ein Abdrücken von Arterien proximal der Blutungsstelle ist als Übergangslösung
theoretisch möglich, praktisch aber selten zielführend.
An anatomischen Fixpunkten, wo ein knöchernes Widerlager besteht (A. subclavia,
A. brachialis, A. temporalis superficialis, A. femoralis et poplitea),
können Arterien abgedrückt werden.
Eine digitale Kompression des Gefäßes in der Wunde kann ebenfalls versucht werden!
Ein zielgerichtetes Abklemmen von Gefäßen ist im Notfalldienst selten möglich.
Zudem wird das Gefäß und die Umgebung dadurch schwer traumatisiert.
Ein Abklemmen sollte deshalb wenn möglich
im Notarztdienst unterlassen werden (Ausnahme: A.carotis-Verletzung?)