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150 - Notfallmedizin/Leitsymptome: Akutes Abdomen
| Leitsymptome |
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| Begleitsymptome |
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Das akute Abdomen beschreibt ein lebensgefährliches Zustandsbild mit besonderer Dringlichkeit diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen.
Wichtiger als die exakte Diagnose vor Ort ist die Befragung der Angehörigen über Vorerkrankungen, evtl. eingenommener Medikamente, bereits früher erhobener Befunde etc.
Wichtig ist auch die Schmerzcharakteristik! - Ist der Schmerz plötzlich
aufgetreten und andauernd, lässt er zeitweise nach, ist er progredient, kolikartig,
wo lokalisiert und mit welchen Begleitsymptomen verbunden?
Die Beurteilung des » Akuten Abdomens « wird durch die
Schmerzanalyse komplettiert.
Die Schmerzsymptome sind die Folge einer einheitlichen Reaktion des
Peritoneums auf mechanische, entzündliche, peptische und ischämische Prozesse -
Peritonitis!
Durch Trans- und Exsudation kommt es zu hohen Volumenverlusten (bis 20 Liter und mehr).
Besserung der Beschwerden im Liegen oder bei Bewegung? Wird Wärme oder Kälte besser vertragen? - Koliken veranlassen den Patienten, durch Positionsänderung den Schmerz zu lindern, Peritonitis hingegen ist durch ruhiges Liegen mit angezogenen Beinen am besten zu vertragen, Wärme wird bei entzündlichen Geschehen eher nicht toleriert, bei Koliken hingegen gut.
| Kolik |
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| Abwehrspannung |
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Schmerzen, welche kontinuierlich zunehmen sprechen für einen entzündlichen Prozess. Ein Nachlassen der Schmerzen kann für eine Verklebung bereits perforierter Hohlorgane sprechen (gedeckte Perforation). Wichtig bei der Diagnosefindung ist die Analyse der "Schmerzausstrahlung"!
Erbrechen im Rahmen eines akuten Abdomens ist als Begleitsymptom diagnostisch
durch das Aussehen wichtig (Blutbeimengungen, Galle etc.). Besteht ein Ulcus, so verspüren
die Patienten nach dem Erbrechen eine gewisse Erleichterung (nicht bei Pankreatitis).
Bei Vorliegen einer Schocksymptomatik muss zwischen Volumenmangel-, hämorrhagischen
und septischen Schock unterschieden werden.
Der Volumenmangelschock äußert sich immer durch starken Durst, trockene
Zunge und schlaffe Haut. Der hämorrhagische Schock
fällt durch blasse Skleren und fehlenden Kapillarpuls auf.
Der septische Schock ist mit Fieber verbunden
(kann anfangs aber auch fehlen) - bei trockener, warmer Haut.
Auf Bruchpforten achten. Inkarzerierte Hernien sind nicht selten mit Bradykardie
verbunden und von Erbrechen begleitet.
Caput medusae spricht für Leberzirrhose (Leberkapseldehnungsschmerz).
Typisch der lufthaltige Klopfschall bei der Perkussion beim Ileus.
Gedämpfter Klopfschall über der Blasenregion in Verbindung mit starken
Schmerzen spricht für eine überfüllte (neurogene?) Blase.
Auskultation auch des Thorax um eine Zwerchfellruptur (nach Trauma) mit Verlagerung des
Darmes in den Thorax nicht zu übersehen.
Immer an Verletzungen (Stichverletzungen sind oft schwer
auszumachen, Prellmarken etc.) auch bei fehlenden anamnestischen Hinweisen bedenken.
Möglichst keine Verschleierung der Symptomatik durch Gabe von langwirksamen
und hoch dosierten Opiaten, Ketamin oder sedierenden Medikamenten.
Analgetika wie - Novalgin -
Buscopan -
oder Tramal (?) aber auch kurzwirksame Opiate wie z.B. -
Fentanyl - können aber
bei schweren Koliken und bei unerträglichen Schmerzen gegeben werden.
Entsprechende Lagerung mit angezogenen Beinen, Sauerstoff, Infusion etc. ist selbstverständlich!
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Notfallmedizin/Leitsymptome: Akutes Abdomen
© 30.3.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
mk-abdom