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I07 - Notfallmedizin/Interner Notfall: Tachyarrhythmien - Breitkomplextachykardie


Tachykardien - ES
  • Ventrikuläre Tachykardie (VT)
  • Kammerflattern
  • Torsade-de-pointes
  • supraventrikuläre T. + Block
  • Ventrikuläre Extrasystolie
  • Schmalkomplextachykardien
  • Schenkelblock !
  • Breitkomplextachykardie

    Als Breitkomplextachykardie gelten jene, deren QRS-Komplex 0,12 ms überschreitet.

    QRS-Komplex > 0,12 ms

    Besteht bei einer Tachykardie mit breiten QRS-Komplexen eine hämodynamische Instabilität oder einer zerebralen Minderdurchblutung, so ist die sofortige Kardioversion angezeigt. Bei hämodynamisch stabilen Patienten ist das therapeutische Vorgehen je nach Vorliegen der Rhythmusstörung unterschiedlich.

    Ventrikuläre Tachykardie (VT)

    Klinik
  • Schwindel
  • Unwohlsein
  • Puls >150/min
  • Dyspnoe
  • Bewusstlosigkeit
  • Ventrikuläre Tachykardien sind nahezu immer mit hämodynamischer Instabilität und/oder zerebraler Minderperfusion verbunden. Liegt bei der monomorphen ventrikulären Tachykardie keine myokardiale Ischämie vor, so ist - Ajmalin - oder Procainamid als erste Wahl anzusehen. Im chronischen Infarktstadium ist Ajmalin wesentlich effektiver als Lidocain und sollte bei ischämisch bedingter Kammertachykardie bevorzugt werden. Zunehmend kommt allerdings - Amioderon - als Medikament der 1. Wahl zum Zug. Führt die medikamentöse Terminierung nicht zum Erfolg, so ist die sofortige Intervention durch Kardioversion notwendig.


    Notfall-Therapie

    Therapie
  • Ajmalin
  • Sedativa
  • Kardioversion
  • 100% Sauerstoff, intravenösen Zugang legen, elektrische Kardioversion in Kurznarkose (R-Zacken getriggert mit 200 - 300 Ws).

    Nach den ERC-Guidelines 2005 sollte bei der VT mit Amioderon 300 mg i.v. über 20 - 60 min und anschließender Dauerinfusion (900 mg) über 24 Stunden behandelt werden.


    Torsade-de-pointes

    EKG, Torsade de pointes

    Die Torsade-de-pointes-Tachykardie ist eine Sonderform der polymorphen ventrikulären Tachykardie. Sie tritt insbesondere bei der akuten myokardialen Ischämie und/oder in der Akut-Revaskularisierung nach PTCA oder Bypass-OP auf. Auslöser einer derartigen Rhythmusstörung ist eine vorangehende Bradykardie (Erwachsenenform - langes QT-Syndrom). Dabei handelt es sich meist um eine bekannte NW von Antiarrhytmika der Klasse Ia und III (Chinidin, Disopyramid, Sotalol, Amiodaron, Flecainid - sie verlängern die Repolarisation). Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie werden ebenfalls als Ursache angegeben. Dabei kommt es zu sog. frühen Nachpotentialen (Ca-Aktionspotentiale oder abgeschwächte Na-Aktionspotentiale bei noch nicht aktivierten Na-Kanäle mit Abnahme des repolarisierenden K-Ausstromes oder eine unvollständige Aktivierung des schnellen Na-Einstromes). Ursache kann auch eine Aconitinvergiftung sein (Aconitin verlängert die Öffnungszeit des Na-Kanals).

    Torsade-de-pointes können spontan in Kammerflimmern übergehen !

    Notfall-Therapie

    Therapie
  • Atropin
  • Magnesium 2g
  • Ajmalin 150 mg i.v.
  • externer SM
  • ß-Blocker
  • Für die Akut-Therapie wird Magnesium eingesetzt. Magnesiumsulfat - als Bolus 2g über 5 min und Wiederholung mit weiteren 2 g über 15 min können wirksam sein. Im Notfall muss kardiovertiert bzw. ein temporärer, externer SM angelegt werden. Weiters wird die Gabe von - Ajmalin 150- 300 mg i.v. empfohlen. Bei ausgeprägter Bradykardie kann - Atropin - gegeben werden.
    Sympathikoton innervierte Torsade de pointes-Attacken (angeboren) werden hingegen mit - ß-Blocker - behandelt.

    Anmerkung: Im Notarztdienst sehen wir eine derartige ventrikuläre Störung erfreulicherweise selten und sie sistieren auch in der Regel spontan. An eine Elektrolytstörung sollte immer gedacht werden (z.B. Hypokaliämie bei Diuretika-Dauertherapie!).

    Supraventrikuläre Tachykardie + Block

    EKG: Reentry-Tachykardie Für die paroxysmalen Reentry-Tachykardien ist typisch der plötzliche Beginn und das abrupte Ende der Beschwerden.
    Kreisende Erregung im AV-Knoten aufgrund zweier Leitungsbahnen unterschiedlicher Leitungsgeschwindigkeit führen zu Schmalkomplextachykardien ohne sichtbarer P-Welle. Die P-Welle bleibt im QRS-Komplex verborgen oder ist kurz nach deren terminalen Komponente in der ST-Strecke erkennbar.
    Im EKG (auf EKG-Logo klicken!) findet sich als Ausdruck der retrograden P-Welle das Pseudo-S in Abl. II, III und aVF und ein rSr'-Komplex in V1.


    Kammerflattern

    Kammerflattern erfordert wie Kammerflimmern die sofortige Defibrillation. Kann durch Defibrillation keine Sinusrhythmus erreicht werden, kann - Amiodaron - versucht werden. Durch die Gabe von Amiodaron können signifikant mehr Patienten stabilisiert werden.

    Mittlerweile wurde die Amioderon-Gabe zum Standard der Behandlung von Kammerflattern/-flimmern erhoben. Die ERC-Guidelines 2005 empfehlen bereits nach 2 erfolglosen Zyklen (Schock + CPR) und Adrenalin-Gabe Amioderon 300 mg als Bolus i.v.


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    Notfallmedizin/Interner Notfall: Breitkomplextachykardie
    © 26.12.2005 by Anton Ernst Lafenthaler und Helmuth Höllwerth
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