Suchfunktion Home Inhaltsverzeichnis Notfallmedizin - Interner Notfall

I22 - Notfallmedizin/Interner Notfall: Lungenödem, kardiogen


DD
  • Pulmonalembolie
  • Schock, cardial
  • Neurogenes Lungenödem
  • Asthma bronchiale
  • Akutes Lungenödem

    Die klassischen Symptome des Lungenödems kardialer Genese sind Dyspnoe und grobblasige Rasselgeräusche bei bestehender Linksherzinsuffizienz unterschiedlicher Ursache (Myokardinfarkt, Herzklappenfehler und/oder Übertransfusion etc.).

    Klinik
  • Dyspnoe
  • Tachykardie
  • feuchte RG's
  • Orthopnoe
  • blasse Zyanose
  • Erschöpfung
  • Todesangst
  • Pathogenese

    Normalerweise herrscht zwischen Lungenkapillare und Alveole eine Druckdifferenz von etwa 10- 15 mmHg (=Filtrationsdruck). Der Pulmonalkapillardruck liegt normalerweise um 12 mmHg; der kolloidosmotische Druck (KOD) um 20 - 25 mmHg (der KOD hält das Wasser im venösen Gefäßsystem).
    Steigt der Pulmonalkapillardruck z.B. >30 mmHg (bei der akuten Linksherzinsuffizienz infolge arterieller Hypertonie, Herzklappenfehler oder Myokardinfarkt), so wird der KOD überwunden und es kommt zum akuten Lungenödem.
    Die bestehende O2-Diffusionsstörung in der Lunge erhöht den Druck im kleinen Kreislauf durch Vasokonstriktion nach akuten Abfall der Sauerstoffkonzentration in den Lungenkapillaren (Euler-Liljestrand-Reflex).

    Klinik

    Atemnot aus dem Schlaf heraus und Besserung durch Aufrechthaltung des Körpers und Einatmen von frischer Luft (offenes Fenster) sind typische Zeichen eines beginnenden Lungenödems. Tachykardie mit flachen Puls, feuchte RG's, Giemen und verlängertes Expirium, sowie blasse Zyanose bei erschöpfender Atemarbeit sind untrügliche Zeichen des manifesten Lungenödems.

    Immer besteht auch Todesangst!

    Notfall-Therapie

    Therapie
  • O-Körper hochlagern
  • 100% Sauerstoff
  • Nitro-Spray
  • Lasix 20-40 mg i.v.
  • Morphin 3- 5 mg
  • KL-Medikamente ?
  • Intubation erwägen
  • Ursache behandeln!
  • Ziel der Therapie ist es, den pulmonalen Kapillarwiderstand zu senken, um so eine Rückdiffusion der alveolären und interstitiellen Flüssigkeit ins venöse System zu erzwingen. Generell gilt, dass Myokard zu entlasten.

    O-Körper hochlagern, Beine herabhängen lassen und Nitro-Spray geben bewirken eine Senkung der Vorlast (Nitro in höherer Dosierung senkt auch die Nachlast). Bei beatmeten Patienten PEEP-Beatmung. Dadurch sinkt der venöse Rückfluss zum Herzen und der PCP sinkt.

    Venösen Rückfluss senken!

    100% Sauerstoff über die Maske wirkt der durch Hypoxie ausgelösten Vasokonstriktion in den Lungengefäßen entgegen - s.o.

    Hypoxie beseitigen!

    Der Versuch einer medikamentösen Senkung der zirkulierenden Flüssigkeit durch Diuretika kann ebenfalls der Myokardentlastung dienlich sein!

    Zirkulierendes Volumen vermindern!

    Morphin vermindert den Tonus der Gefäßmuskulatur und senkt den Widerstand im kleinen Kreislauf.

    Kausaltherapie

    Die Ursache des Missverhältnisses von Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf muss beseitigt werden. Bestehende tachykarde Rhythmusstörungen mit Isoptin bzw. Amiodaron behandeln, einen Hypertonus mit Nitro-Spray (senkt die Vorlast) oder Adalat senken, bei kardialen Insuffizienz Katecholamine wie z.B. Dopamin und/oder Dobutamin geben.
    Bei kardiogenem Schock im Rahmen eines ausgedehnten VW-Infarktes eine Akut-Intervention (PTCA-Stent) anstreben.

    Ursache behandeln!

    Beachte - Übertransfusion bei vermeintlich hypovolämischen Patienten kann ein Lungenödem auslösen! Häufig kommt es im Rahmen einer hypertonen Krise zur akuten Dekompensation. Prognostisch hat ein hoher Blutdruck eine gute Prognose, ein Blutdruckabfall hingegen eine schlechte.


    Suche Tour Inhaltsverzeichnis Pulmo 21 23 24 STW Herz

    Notfallmedizin/Interner Notfall: Cardiales Lungenödem
    © 30.11.2001 by Anton Ernst Lafenthaler und Helmuth Höllwerth
    mi-pulm-k