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I03 - Notfallmedizin/Interner Notfall: Akuter Myokardinfarkt
| Klinik |
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Der Myokardinfarkt ist ein lebensbedrohliches Ereignis und häufig mit Todes-Angst verbunden. Eine rasche, gezielte und ohne Hektik ablaufende Versorgung ist entscheidend für den weiteren Verlauf.
Als Leitsymptom gilt der Thoraxschmerz, welcher
brennend, drückend bis vernichtend erlebt wird.
Der Schmerz wird großflächig retrosternal und evtl. ausstrahlend
in den Unterkiefer/Hals, der rechten bzw. linken Schulter,
zwischen den Schulterblättern oder in den linken Arm empfunden.
Beim Hinterwandinfarkt steht besonders der Oberbauchschmerz im Vordergrund
und wird nicht selten fehlgedeutet.
| Therapie |
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Bei typischer Klinik (heftige thorakalen Schmerzen, kalter Schweiß, Blässe,
Dyspnoe, Angst) und keiner Besserung auf die Gabe von Nitroglycerin -
(bei RR über 100 mm Hg - CAVE: rechtsventrikulärer Infarkt)
besteht der Verdacht eines akuten Myokardinfarktes.
Sauerstoff (6 l/min O2) geben,
Blutdruck messen, Venflon legen und ein 12-Kanal-EKG schreiben.
Nach Verifizierung der Diagnose (immer 12-Kanal-EKG schreiben!) -
Morphin - Piritramid - oder evtl. - Fentanyl - geben (ev. mit Paspertin) und
wenn notwendig zusätzlich sedieren (CAVE: Atemdepression!).
Eine weitere Thrombozytenaggregation kann mit Aspisol 250 mg i.v. und/oder
Heparin 5000 U i.v. verhindert werden.
Während dieser Handlungen sollte nach Anamneseerhebung
(Schmerzbeginn innerhalb 1 - 3 Stunden), Ausschluss der Kontraindikationen
UND Aufklärung des Patienten eine Thrombo-Lyse mit z.B.
Rapilysin (10 U + 10 U nach 30 Minuten) oder besser -
Metalyse - (gewichtsbezogen!) begonnen werden.
CAVE: Angepasst der Situation muss der Patient über die Risiken einer Lysetherapie
(lebensbedrohliche Komplikationenen) aufgeklärt werden.
Immer auch Betablocker geben (Ausnahme: extreme Bradykardie). COPD und Asthma gelten als relative Kontraindikationen! Brevibloc 50 mg + 50 mg oder - Beloc - 5 mg geben.
In den ersten 90 min scheint die Lysetherapie der PTCA ebenbürtig zu sein.
Das fordert immer bei entsprechender Indikation eine Lysetherapie vor Ort, auch wenn die PTCA,
wie sie seit 2005 auch im Krankenhaus Schwarzach möglich ist, angeschlossen werden kann.
siehe - STEMI-Management - PPCI . . .
| Komplikationen |
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Vorwiegend in den ersten 48 h kommt es bei 90% der Infarktpatienten zu Rhythmusstörungen - Kammerflimmern oder Asystolie erfordert die sofortige Reanimation bzw. Defibrillation (200/200/360 J).
Tachykarde, ventrikuläre Rhythmusstörungen können mit - Lidocain 100 mg i.v. - behandelt werden, eine Kammertachykardie > 150/min macht die Kardioversion notwendig. Rez. VTs bzw. rez. Kammerflimmern verlangt die frühzeitige Gabe von - Amiodaron 150-300 mg.
Bei bradykarden Rhythmusstörungen erst - Atropin 0,5-2 mg - geben; bei AV-Block auch Alupent 0,5 mg. Bei ungenügender Wirksamkeit - externen Schrittmacher - anlegen.
Bei akuter Linksherzinsuffizienz
(= Lungenödem) sollte - Furosemid 40 mg -
und Nitro (wenn RRsyst > 100 mmHg) zur Vorlastsenkung gegeben werden.
Bei Hypotonie - Dobutamin - bzw. Auftreten eines
cardiogenen Schock -
Dopamin/Dobutamin - Perfusor
oder evtl. Adrenalin bzw. Noradrenalin.
Bei rechtsventr. Myokardinfarkt: vorsichtige Volumengabe!