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I12 - Notfallmedizin/Interner Notfall: Hypertensive Krise
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Blutdruckwerte > 200/130 mmHg werden als hypertensive Entgleisung
gewertet.
Begleitsymptome wie Sehstörungen, Kopfschmerzen, Erbrechen oder gar
Bewusstseinseintrübung sprechen für eine maligen Hypertonie.
Anm: Im Notarztdienst ist die Unterscheidung hypertensive Krise und maligne Hypertonie nicht relevant.
Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Kopfschmerzen können im Rahmen einer hypertensiven Krise Vorboten von cerebrovaskulären Komplikationen sein. Andere Organmanifestationen wie kardiale Dekompensation, pectanginöse Beschwerden, gefolgt von Dyspnoe und Orthopnoe als Ausdruck einer manifesten Linksdekompensation mit beginnenden Lungenödem sind nicht selten der Grund, warum überhaupt ein Notarzt gerufen wird.
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Jede hypertensive Krise bei Blutdruckwerten über 200 systolisch und/oder 130 mmHg diastolisch ist symptomatisch und absolut behandlungsbedürftig.
Das therapeutische Ziel ist die Blutdrucksenkung auf einen Mitteldruck
um 120 mmHg bzw. eine Blutdrucksenkung von 20 - 25 % innerhalb weniger
Minuten bis max. 2 Stunden.
Eine Normalisierung des Blutdruckes bzw. eine Blutdrucksenkung von mehr als 50%
wäre gefährlich, weil die
Organperfusion jedes Hypertonikers auf ein erhöhtes Blutdruckniveau
eingestellt und insbesondere bei Coronarstenosen oder Carotis interna-Plaques
die Perfusion nicht mehr sichergestellt wäre.
Eine adäquate Blutdrucksenkung bedeutet unbedingt auch die Vermeidung einer Hypotension.
Immer auch eine neurologische Diagnostik anstreben - Hirnblutung!
Substanzen mit protrahierter Wirkung bzw. langer Wirkung sind im Notarztdienst ungeeignet (ß-Blocker oder ACE-Hemmer). Gut steuerbare Substanzen mit verlässlicher Wirkung sind Nitroglycerin, Ebrantil, Ca-Antagonisten und akut wirksame Diuretika.
Wenn kein Effekt - Urapidil 25- 50 mg i.v. als Bolus verabreichen. Nach der intravenösen Gabe von Urapidil sollte es nach 2- 10 min zur ausreichenden Blutdrucksenkung gekommen sein. Bei ungenügendem Effekt neuerlich 25 mg i.v. (die Gabe via Perfusor ist meist nicht notwendig). Der Blutdruck muss während des Transports engmaschig kontrolliert werden.