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G11 - Notfallmedizin/Geburtshilfe: Vaginale Blutung in der Schwangerschaft
| Diagnose |
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Je nachdem, ob eine Früh- oder eine Spätschwangerschaft besteht,
sind einerseits die Tubargravidität und andererseits die vorzeitige
Plazentalösung bzw. die Placenta praevia in die Differentialdiagnose einzubeziehen.
Die vaginale Blutung in der Schwangerschaft ist immer ein
Notfall für Mutter und Kind.
| Klinik |
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Die Stärke der vaginalen Blutung in der Früh-Schwangerschaft ermöglicht Rückschlüsse auf die Ursache.
Abortus imminens - Ein beginnender Abort bietet nur leichte vaginalen Blutungen verbunden mit geringer Wehentätigkeit.
Abortus incipiens - Stärkere Blutungen mit Abgang von Koageln und stärkerer Wehentätigkeit bedeutet meist die unvermeidbar beginnende Fehlgeburt. Es besteht bereits die Gefahr des hypovolämischen Schocks. Dasselbe gilt für den unvollständigen Abort (Abortus incomplettus).
Sept. Abort - Besteht auch noch Fieber ›38°C, dann handelt es sich um einen septischen Abort mit der Gefahr des septischen Schocks.
| Therapie |
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Schocksymptomatik in der frühen Schwangerschaft mit oder ohne vaginaler Blutung muss den Verdacht auf eine - extrauterine Schwangerschaft - lenken. Meist bestehen auch heftige U-Bauchschmerzen bis hin zum akuten Abdomen und hypovolämischen Schock. Die Symptomatik liegt im Zeitraum einer 6- bis 10-wöchigen Amenorrhoe.
Bei nur leichten Blutungen ohne Zeichen eines beginnenden Volumenmangelschocks
stationäre Einweisung. Venflon legen und evtl. 2,5 - 5 mg Diazepam geben!
Bei stärkeren Blutungen Ringerlösung verabreichen. Bei beginnender bzw. inkompletter
Fehlgeburt Syntocinon (?)
Eine hellrote vaginale Blutung spricht für eine Placenta praevia, eine dunkelrote für ein vorzeitige Plazentalösung.
Handelt es sich um eine Placenta praevia, so ist die Blutung hellrot, meist keine Schmerzen.
| Placenta praevia |
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Der Uterus ist weich und ohne Druckschmerz. Keine Wehentätigkeit.
Der Mutterkindpass gibt Aufschluss über eine evtl. abnorme
Plazenta-Lage! Ab dem 3.Trimenon sollte immer eine Ultraschalluntersuchungs-Eintragung vorliegen.
CAVE: KEINE vaginale Untersuchung vor Ort vornehmen!
Bei der vorzeitigen Plazentalösung - Ablatio placentae, bestehen neben der plötzlich auftretenden, dunklen Blutung immer auch starke Schmerzen, da sich die Blutung auch nach innen ausdehnt und den Uterus unterwühlt. Der Uterus ist hart! Blut kann nur dann nach außen dringen, wenn nicht nur zentrale Partien der Plazenta, sondern auch Teile des Plazentarandes abgetrennt wurden.
| Ablatio placentae |
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Es kommt klinisch zu einer Diskrepanz zwischen dem nach außen gedrungenen
Blutverlust und der Schocksymptomatik. Gefahr des protrahierten Volumenmangelschocks.
Das Blut kommt hauptsächlich von den kleinen mütterlichen Gefäßen. In einem geringen
Prozentsatz finden sich aber auch kindliche Blutbeimengungen.
Bei bekannter Placenta praevia und vaginaler Blutung muss ein großlumiger venösen Zugang
gelegt werden.
Beim Transport immer leichte
Linksseitenlage anstreben und das Becken hochlagern - Sauerstoff verabreichen.
Abruptio placentae - Bei vorzeitiger Plazentalösung großlumigen venösen Zugang legen und je nach Schocksymptomatik Volumen verabreichen (Ringer + HES). Sauerstoffmaske! Keine digitale Vaginaluntersuchung, da es dadurch zur Blutungsverstärkung kommt. Ebenso keine Tokolyse durchführen - Notsectio in der Klinik anmelden!
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Blut abnehmen für Blutkonserven KEINE Tokolyse! KEINE digitale Vaginaluntersuchung |
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Gynäkologie: Vaginale Blutung in der Schwangerschaft
© 24.9.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
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