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G13 - Notfallmedizin/Geburtshilfe: BEL, Nabelschnurvorfall, Nachblutung
| Komplikationen |
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Geburtskomplikationen treten im Notfalldienst insgesamt selten auf.
Ein vorzeitiger Blasensprung erfordert noch keine notärztliche Intervention.
Ist die Geburt allerdings schon im Gange, so kann
ein Nabelschnurvorfall, eine Schulterdystokie etc. oder post partum
eine atonische Nachblutung problematisch werden.
| Klinik |
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Fruchtwasserabgang am wehenlosen Uterus bedeutet vorzeitiger Blasensprung. Bei engen oder
sehr weitem Becken besteht auch noch die Gefahr des Nabelschnurvorfalls.
Becken hochlagern - die Patientin nicht mehr aufstehen lassen! Venösen Zugang legen und Klinikeinweisung. Es besteht immer die Gefahr einer aszendierenden Infektion - Amnioninfekt-Syndrom - oder eines Nabelschnurvorfalls.


| Therapie |
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Mit einem Nabelschnurvorfall ist immer zu rechnen beim vorzeitigen Blasensprung, bei Querlage, Schräglage oder Beckenendlage des Kindes, sowie bei Zwillingsschwangerschaften, Hydramnion oder zu langer Nabelschnur.
Becken hochlagern und transvaginal den kindlichen Kopf hochschieben, um die Blutzirkulation in der Nabelschnur wieder zu ermöglichen. Notfalltokolyse einleiten und Klinik informieren!


Bei der Beckenendlage ist im Gegensatz zur Schädellage immer ärztliche Hilfe notwendig, wenn ein lebendes Kind mit Sicherheit geboren werden soll.
Bei der Geburtsleitung sind streng zwei gegensätzliche Phasen einzuhalten und zwar eine langdauernde Phase I des Abwartens und eine sehr kurze Phase II des raschen Eingreifens.
Phase I - Bis zum Sichtbarwerden des unteren Randes des Schulterblattes darf unter keinen Umständen vorzeitig am Fuß, Steiß oder Rumpf gezogen werden (Ausnahme: Bracht'scher Handgriff). Die an der Brust liegenden Arme würden sich hochschlagen (erschwert die Armlösung) und der Kopf würde eine Deflexionshaltung einnehmen.
Phase II - Ist der Steiß geboren und wird das Schulterblatt sichtbar (bzw. die Nabelschnur) muss sofort gehandelt werden. In dieser Phase sistiert die Sauerstoffzufuhr über die Nabelschnur. Höchstens 3-5 min ist nun Zeit die Arme zu lösen, sowie Schulter und Kopf zu entwickeln. Bei Erstgebährenden muss IMMER Manualhilfe geleistet werden (immer auch Episiotomie), bei Mehrgebärenden kann die zweite Wehe abgewartet werden, um evtl. eine Spontangeburt zu ermöglichen.
Im Notarztdienst verwenden wir die Armlösung und Kopfentwicklung nach BRACHT. Mit dem Bracht'schen Handgriff wird (im Gegensatz zu allen anderen Methoden) bereits begonnen, wenn der Nabel geboren ist. Mit einer einzigen Bewegung werden Arm, Schulter und Kopf entwickelt.
Vorgehen -
Der Steiß wird mit beiden Händen umfasst, sodass die O-Schenkel des Kindes
auf den Bauch gepresst werden. Das Kind wird in dieser Position gehalten und
leicht angehoben (auf keinen Fall ziehen - Halswirbelsäule!).
Rücken und Steiß langsam um die Symphyse der Mutter rotieren lassen. Wichtig
ist der nicht zu kräftige Druck auf die Bauchdecke der Mutter durch einen zweiten Helfer,
durch welchen der Kopf in den Beckenboden geschoben und die Spontangeburt eingeleitet
wird. Durch das Aufdrücken auf den Unterbauch der Mutter rotiert
der kindliche Kopf um die Symphyse. Der Druck muss permanent
fortgesetzt werden, bis der kindliche Kopf geboren ist (etwas gegenhalten, damit der Kopf nicht
herausschnellt).
Das Hineindrücken des Kopfes in den Beckenboden ist wichtig, damit sich
die Arme nicht nach oben schlagen und der Kopf seine normale Beugehaltung beibehält.
Ist eine Armlösung notwendig, so muss stets zuerst der hintere
Arm (=Arm in der Kreuzbeinhöhle) gelöst werden!


| Therapie |
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Ist die Plazenta geboren, muss diese unmittelbar auf Vollständigkeit überprüft werden. Bleibt Plazentagewebe zurück, kann es zur Nachblutung kommen. Aber auch ohne zurückgebliebenen Plazentaresten besteht imm die Gefahr einer lebensbedrohlichen atonischen Nachblutung.
Lagerung nach - Fritsche - und evtl. Becken hochlagern.
Großlumige venöse Zugänge legen und Ringer/HEs infundieren.
Blutabnahme für Kreuzblut. Sauerstoff über Maske.
Syntocinon 5 IE i.v. und evtl. Heparin zur DIC-Prophylaxe.


Venösen Zugang legen (NaCl 0,9%) und - Ipradol -
langsam über 10 min (4 Ampullen verdünnt auf 10 ml) verabreichen.
Danach Dauertropf - 10 Ampullen Ipradol in 500 NaCl - bis 60 Tr/min -
nach Wirkung dosieren!
NW: Tachykardie!
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Wehensturm (drohende Uterusruptur)
Drohende Frühgeburt Nabelschnurvorfall Vorfall kleiner Kindsteile |
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Gynäkologie: Geburt - Komplikationen
© 30.9.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
mg-nabel