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282 - Notfallmedizin/Notfallausrüstung: Pulsoxymetrie
Die Pulsoxymetrie ist eine photometrische Methode, die im roten und infraroten Bereich die Sauerstoffsättigung des Hämoglobins misst und zusätzlich durch Erfassung der pulssynchronen Absorbtionsschwankungen auch die Pulswelle registrieren kann. Damit werden sehr effektiv die Oxygenierung des Blutes und die Hämodynamik der Peripherie erfasst.
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Damit ist die Pulsoxymetrie eine einfache Methode,
bereits präklinisch Kreislauf und Oxygenierungsgrad des Blutes beim
Notfallpatienten zu überwachen.
Cave: Eine bestehende Anämie kann durch die Pulsoxymetrie NICHT erfasst werden.
Die Sauerstoffsättigung und der Sauerstoffpartialdruck (pO2) stehen in keinem linearen Verhältnis zueinander, sondern beschreiben eine S-förmige Kurve. Dadurch wirkt sich ein starker pO2-Abfall erst nur gering auf die Sättigung des Blutes aus, dann aber folgt ein rascher lebensbedrohlicher Abfall.
Die Pulsoxymetrie stellt somit ein Frühwarnsystem dar, das in der Lage ist, eine drohende Hypoxie bereits aufzuzeigen, bevor diese klinisch in Erscheinung tritt (Zyanose).
Daraus ergibt sich die praktische Konsequenz, das bei 100 - 95% eine gute O2-Sättigung des Blutes besteht, darunter aber bereits fakultatives Handeln notwendig ist und bei einem Sättigungswert unter 75% bereits akuter Handlungsbedarf besteht (O2-Maske - Intubation - Beatmung).
Bei schlechten Sättigungswerten am Monitor erst Atmung und Kreislauf überprüfen, dann erst einen Messfehler in Erwägung ziehen. Unterkühlung kann, muss aber die Messung nicht beeinträchtigen!
Der Pulssensor misst das kapilläre Blut in der Fingerbeere (oder am Ohrläppchen) und kann nicht zwischen oxygeniertem und carboxygeniertem Hämoglobin bzw. Methämoglobin unterscheiden. Eine schwere CO-Vergiftung kann deshalb durch ein Pulsoxymeter nicht erfasst werden. Ebenso machen lackierte Fingernägel die Pulsoxymetrie sinnlos.