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C03 - Notfallmedizin/Chirurgischer Notfall: Obere GI-Blutung
| Diagnose |
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Eine Ösophagusvarizenblutung und meist auch die Ulkusblutung läuft dramatisch ab mit bedrohlich, schwallartigem Bluterbrechen. Die Patienten verlieren in relativ kurzer Zeit sehr viel Blut. Die Farbe des Blutes ist hell- (arterielle Ulkusblutung) bis dunkelrot (Ösophagusvarizenblutung). Dasselbe gilt bei Blutungen postoperativ nach Tonsillektomie.
| Klinik |
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Die Anamnese (oft erst durch Angehörige) weist auf die Verdachtsdiagnose wie:
Antirheumatika- und/oder Antikoagulantientherapie, bekannte Ulkus- und/oder
Lebererkrankung (chron. Alkoholiker?).
Oder aber es kommt zur Hämatemesis durch Verschlucken von Blut im Rahmen einer Tonsillennachblutung am 6-10 post-OP Tag. Das Ausmaß des Blutverlustes ist am besten durch die Kreislaufparameter (Tachykardie, RR-Abfall, Blässe) abschätzbar.
Ob eine schwere Ulkusblutung oder eine Ösophagusvarizenblutung vorliegt ist nie mit Sicherheit zu entscheiden.
| Therapie |
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Bei anamnestisch vermuteter Ösophagusvarizenblutung kann/muss
bei bedrohlichem, schwallartigen Bluterbrechen eine Linton-Sonde gelegt werden.
Der meist schon hohe Blutverlust kann kurzfristig mit
Hyper-HES ausgeglichen werden.
Die Verabreichung von hohen Flüssigkeitsvolumina scheitert meist an den
nicht mehr vorhandenen peripheren Venen, da viele Patienten (z.B. chron. Alkoholiker)
häufig regelmäßig stationär in Behandlung sind.
Der Zugang über die Vena jugularis externa ist aber fast immer möglich.
Zentrale Venenkatheter können hier aufgrund des hohen Zeitverlustes nicht unbedingt empfohlen werden.
Schwerst schockierte, somnolente Patienten werden mit Ketamin anästhesiert. Die Intubation erfolgt unter Spontanatmung. Ein Absauggerät muss funktionsfähig bereit gehalten werden.
Die Sonde wird mit Gleitmittel bzw. Silikonspray gleitfähig gemacht und der Ballon auf Dichtheit überprüft. Danach Einführen der Sonde über die Nase in den Magen (wache Patienten zum Mitschlucken auffordern). Danach wird mit 150 - 180 ml Aqua dest. oder Leitungswasser geblockt (kein NaCl verwenden). Danach leichten Zug in Fußrichtung ausüben (durch Anhängen eines 250 ml-Infusionsbeutel.
Die Stabilisierung des Kreislauf durch HAES
oder Hyper-HES bzw. die sofortige
Intubation bei Bewusstlosen (Aspirationsschutz) sind vorrangiges
Therapieziel.
Kreuzblut abnehmen und evtl. schon zum Auskreuzen von Blutkonserven
vorausschicken.
Telefonisch können immer Konserven der Blutgruppe 0-neg angefordert werden.
Als ebenfalls bedrohliche Blutung insbesondere bei Kindern gilt die Tonsillennachblutung, welche meist zwischen 6. und 10. post-OP Tag auftritt. Auch hier kann sehr viel Blut geschluckt werden, welches dann schwallartig erbrochen wird.
Venösen Zugang legen und wenn möglich Kreuzblut abnehmen. Besteht bereits ein schwerer Schock mit respiratorischer Insuffizienz, muss intubiert werden und die blutende Stelle mit Gaze-Tupfer bzw. durch digitale Kompression abgedichtet werden. Voranmeldung in der Klinik. Nach Rückmeldung mit der HNO den Patienten gleich in den OP bringen!