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242 - Notfallmedizin: Applikationswege


Intraossärnadel

Intraossäre Zugänge

Intraossäre Nadeln sind derzeit in den Größen 16G (Kinder < 2 Jahre) und 18G im Handel erhältlich. Im äußersten Notfall kann auch mit einer Venflonkanüle ein Punktionsversuch gemacht werden. Dabei besteht aber ein hohes Risiko für Komplikationen (Verbiegen der Nadel, Abbrechen etc.).

Tibiapunktion

Als klassische Einstichstelle bei Kindern bis 6 Jahren gilt der mediale Tibia-Höcker. Die Eindringtiefe beträgt dabei 1 - 1,5 cm. Diese Distanz muss zum Erreichen des Knochenmarks überwunden werden.

Vorgehen

Intraossärnadel in der Tibia

Bein gut unterpolstern. Schienbeininnenkante tasten und 1-2 Querfinger unterhalb der Tuberosita tibiae mit kräftigen Druck im rechten Winkel einstechen (vorher gute Hautdesinfektion). Nach Knochenkontakt mit Drehbewegungen im Uhrzeigersinn und kräftigen Druck durch den Knochen bohren. Nach 1 - 2 cm wird das Knochenmark erreicht (=Widerstandsverlust spürbar!). Nadel festhalten und gegen den Uhrzeigersinn den Trokar herausdrehen.

Ist die Nadel bei richtiger Lage verstopft (Knochenmark, Hautgewebe etc.), so muss sie wieder entfernt und eine neue Nadel in die bestehende Punktionsstelle gesetzt werden. Konnte die Nadel korrekt plaziert werden, erfolgt die Volumensubstitution unter Druck (Blutdruckmanschette).
Es können alle Medikamente intraossör verabreicht werden, welche auch i.v. gegeben werden können.
Komplikationen - Verletzung der Epiphysenfuge, Osteomyelitis (deshalb sorgfältig desinfizieren), Tibiafraktur?


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Notfallmedizin/Applikationswege - intraoosäre Zugänge
© 21.5.2001 by Anton Ernst Lafenthaler
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