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233 - Notfallmedizin/Narkose-Management: Ketaminanästhesie


Narkose
  • Vorbereitung
  • Monitoring
  • O2
  • Atropin
  • Midazolam
  • Ketamin
  • Lysthenon ?
  • Pancuronium
  • Ketamin - Anästhesie

    Alle Vorkehrungen zur Narkoseeinleitung müssen getroffen sein!
    Präoxigenierung, Atropin, Midazolam und Ketamin i.v.
    Wird Ketamin i.m. verabreicht ist erwartungsgemäß der Wirkungseintritt einige Minuten verzögert.

    Wirkung von Ketamin

    Bei Ketamin kommt es zu einer sogenannten dissoziativen Anästhesie (=funktionellen Trennung zwischen thalamokortikalem und limbischem System) mit ausgeprägter Analgesie (fragliche Beeinflussung von Opiatrezeptoren ?), Amnesie, Katalepsie und oberflächliche Narkose mit erhöhtem Muskeltonus. Weiters kommt es zur Broncholyse durch ß-Stimulation. Opiatrezeptoren, die für Sucht und Atemdepression verantwortlich sind werden nicht besetzt.

    Nebenwirkung von Ketamin

    Als Nebenwirkungen gelten eine cerebrale Vasodilatation mit Hirndruckanstieg (nur bei Hyperkapnie), sowie Puls- und Blutdruckanstieg. Generell kommt es zu hyperdynamen und sympathomimetischen Nebenwirkungen mit generalisiertem, gesteigerten Sauerstoffverbrauch der Organe (Hirn, Herz) und Erhöhung des pulmonalen Widerstandes. Häufig kommt es auch zu psychotomimetischen Wirkungen mit Halluzinationen beim Ketamin-Racemat (sigma-Rezeptor?). CAVE: Beim Alkoholiker kann die Ketaminnarkose versagen, weil ein rascher Abbau erfolgt.

    Kontraindikation - Bei allen Patienten, bei denen ein RR-Anstieg eine erhebliche Gefährdung bedeutet wie z.B. bwi St. p. cerebraler Insult, Präeklampsie, Eklampsie und frischen Infarkt ist die Gabe von Ketamin kontraindiziert.

    CAVE

    Ein Patient, welcher Ketamin bekommt und sei es nur zur Schmerztherapie darf NIE alleine gelassen werden und MUSS monitorisiert sein. Jede andere Vorgehensweise ist unzulässig bzw. ein Kunstfehler.

  • Sorgfältige Überwachung der Atmung - Aspirationsgefahr!
  • Intravenöse Injektion langsam - über 60 Sekunden - Wirkung abwarten!
  • RR- und Pulskontrolle - EKG!
  • Zusätzlich ein Opiat ist prinzipiell möglich - aber hier nicht empfohlen!
  • Vorsicht bei Alkoholintoxikation!
  • Interaktion mit Schilddrüsenhormonen möglich (Tachykardie, RR-Anstieg)!
  • Vertikaler Nystagmus signalisiert eine oberflächliche Anästhesie !

    Dosierung und Anwendung

    Narkoseeinleitung: 75 - 150 mg i.v. Ketamin (=0,5- 1,5 mg/kg), dann 1 - 6 mg/kg/h per perfusionem bzw. Tropfinfusion - sehr alte Patienten oder Patienten im Schock benötigen eine Dosisreduktion. Die erzielte Narkosedauer bei der Einmalgabe beträgt 10 - 15 min.
    Als Repititionsdosen kann die halbe bis ganze Dosis verabreicht werden.

    Beim - Ketamin-S - kann die Dosis um 25 - 50% reduziert werden (?). Die über sigma-Rezeptoren vermittelten Halluzination sollen beim Ketamin-S nicht auftreten. Die Wirkung hält ca. 10 min an, die Amnesie 1 - 2 h.
    Erfahrungsgemäß werden auch beim Ketamin-S höhere Dosen als angegeben benötigt. Ketaminüberdosierung bewirkt Myokarddepression und RR-Abfall.

    Bei Kinder werden i.m-Injektionen verabreicht. Das i.m.-Depot soll nicht größer als 1 ml sein. Bei 0,5 ml genügen 3-5 mg/kg i.m. - bei 1 ml-Depots müssen 5-8 mg/kg verabreicht werden (Narkosedauer 12 - 25 min). Bei Kinder mit mehr als 10 kg sollten besser 2 Depots gesetzt werden

    Je größer das i.m.-Depot, umso ungünstiger die Resorption!


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    Notfallmedizin/Anästhesie - Ketamin-Narkose
    © 30.1.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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