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221 - Notfallmedizin: Analgesie-Management


Analgesie
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    Opiat-Analgesie

    Opioide sind stark wirksame Analgetika! Im Notarztdienst werden bei uns ausschließlich Fentanyl - Dipidolor - Morphin verwendet. Die wichtigste und gefährlichste Nebenwirkung ist und bleibt die Atemdepression und kann in Kombination mit einem Benzodiazepin zum intubationspflichtigen Atemstillstand führen.

    Patient NIE alleine lassen!

    Auch kommt es immer wieder vor, dass Opiate per infusionem gegeben werden. Das kann bei unbeaufsichtigten Patienten ebenfalls zum tödlichen Atemstillstand führen. Ein Patient, dem Opiate i.v. verabreicht wurden, darf NIE alleine gelassen werden!

    Opiate - Eigenschaften


      Fentanyl Morphin Piritramid
    Anschlagzeit (min) 2 - 3 5 - 15 2 - 5
    mg/kg i.v. 0,001 0,1 - 0,15 0,1 - 0,15
    Analget. Potenz 125 1 0,7
    Atemdepression ++++ ++ +
    KL-Depression + + 0
    mittl. Wirkdauer 20 - 30 min 3 - 5 h 6 h

    Ketamin-Analgesie

    Ketamin hat in niedriger Dosierung eine analgetische, in höheren Dosen eine narkotische Wirkung. Der Wirkungsmechanismus ist nicht wirklich klar - Ketaminrezeptoren wie bei den Opiaten werden angenommen.

    Als Nebenwirkungen gelten die cerebrale Vasodilatation - Hirndruckanstieg nur bei Hyperkapnie - und ein Puls- und Blutdruckanstieg (hyperdynamen Wirkung). Ketamin erhöht auch den pulmonalen Widerstand. Mit psychotomimetischen Wirkungen wie Halluzinationen und Horror-Erlebnisse muss immer gerechnet werden (Ketamin-S ?).

    Dosierung und Anwendung

    Zur Analgesie (z.B: Verbrennung) werden etwa 30 - 50mg i.v. (oder 150 mg i.m.) aber auch mehr gegeben. Anschließend 1,5 - 2 mg/kg/h abhängig von der individuellen Reaktion des Patienten (manchmal können 0,2 mg/kg/h ausreichen = Low-dose-Ketamin). Manche Patienten, insbesonders aggressive Persönlichkeitsstrukturen neigen zu extremer psychomotorischer Unruhe und benötigen wesentlich höhere Dosen.

    Da einströmende Sinnesreize falsch verarbeitet werden und zu Träumen in der Aufwachphase führen (können), muss Diazepam 5 - 10 mg verabreicht werden (gewährleistet ein ruhiges, traumloses Erwachen). Midazolam ist ebenfalls möglich, kann aber unangenehme Erlebnisse nicht immer sicher verhindern.
    Bei Patienten, welche Ketamin erhalten, ist eine lückenlose Überwachung unbedingt erforderlich. Trotz erhaltender Reflexe kann eine Aspiration bzw. Atemwegsverlegung unterschiedlichster Genese nie ausgeschlossen werden.

    Ketamin-Analgesie bedeutet lückenlose Überwachung

    Eine Ketaminüberdosierung ist mit Myokarddepression und RR-Abfall verbunden. Sind sympathomimetische Wirkungen unerwünscht, muss Ketamin zurückhaltend eingesetzt werden.

    Tranquanalgesie

    Die Kombination: Ketamin + Diazepam ermöglicht eine Tranquanalgesie. Dabei werden 250 mg Ketamin + 50 mg Valium (oder besser 10- 15 mg Dormicum) in 500 NaCl oder Glucose gegeben und davon 1 - 2 ml/kg ( titrieren !) zur Einleitung verabreicht - danach auf 40- 60 Tr/min reduzieren. Nach Abstellen der Infusion ist der Patient innerhalb 5- 10 min kooperativ (?). Diese Form der Analgesie wäre bei langen Anfahrtswegen möglich, wird bei uns aber praktisch nicht verwendet.


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    Notfallmedizin/Analgesie - Analgetika
    © 21.1.2002 by Anton Ernst Lafenthaler
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