![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
005 - Notfallmedizin: Alarmierungsplan - Schockraum
Das Schockraum-Team im Krankenhaus besteht aus dem Anästhesisten, dem Unfallchirurgen, dem Radiologen und begleitend den notwendigen Pflegekräften (Anästhesie, Unfall und RÖ-MTA).
Der Notarzt vor Ort informiert die Leitstelle und diese das Krankenhaus und zwar bei uns den diensthabenden Unfallchirurgen. Dieser verständigt den diensthabenden Anästhesisten, den Radiologen und die benötigten Pflegekräfte. Das Schockraum-Team bleibt bis zum Eintreffen des Patienten im Schockraum und überprüft das benötigte Equipment.
Per Telefon kann der diensthabende Anästhesist/Unfallchirurg jederzeit direkt mit dem Notarzt bzw. Notfallsanitäter vor Ort Kontakt aufnehmen und entsprechende Vor-Informationen einholen.

Der Verletzte kommt in Notarztbegleitung in den Schockraum. Der Notarzt berichtet dem anwesenden Anästhesisten unter Beisein des Unfallchirurgen über Unfallhergang, Verletzungsschwere und der bisher gesetzten Maßnahmen. Liegt ein Thoraxtrauma, SHT oder eine Gesichtsschädelverletzung vor und ist der Patient noch nicht intubiert und beatmet, so wird eine Narkoseeinleitung mit anschließender Intubation vorbereitet.
|
|
Zu Beginn kann es im Schockraum keine klare Aufgabenteilung geben, obwohl bestimmte Tätigkeiten
primär vorgegeben sind, die in den entsprechenden Krankenhäusern unterschiedlich
gehandhabt werden (z.B.: Legen des Harnkatheters, Blut abnehmen etc.).
Das Verletzungsmuster und die daraus resultierende notwendige Diagnostik, Kompetenz,
Anzahl der Helfer und Dringlichkeit der durchzuführenden Maßnahmen
entscheiden über das Vorgehen.
Ein sog. Team-Leader kann, muss sich aber nicht notwendigerweise etablieren
und kann vor Eintreffen des Polytraumatisierten in Unkenntnis der Situation gar
nicht bestimmt werden.
Ein sinnvoller Ablauf bildet sich entsprechend der Situation durch Absprache des
(Unfall-)Chirurgen mit dem Anästhesisten und in weiterer Folge mit dem Radiologen,
natürlich immer auch unter Berücksichtigung der anderen beteiligen Helfer.
Ein KL-stabiler Patient kann einer zeitaufwendigen Diagnostik unterzogen werden,
ein instabiler hingegen fordert sofortige Maßnahmen.
Die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen hat selbstverständlich vor jeder Diagnostik Priorität.
Kompetenz ermöglicht klare Entscheidungen und garantiert nach Absprache
zwischen den verantwortlichen Fachärzten einen geordneten und effizienten Ablauf.
Ein sog. Team-Leader hingegen könnte aufgrund möglicher system-immanenter
Kompetenzüberschreitung unter Umständen
den organisatorischen Ablauf entscheidend verzögern.
|
|
Sind alle Informationen vom Notarzt an den Anästhesisten weitergegeben worden, übernimmt dieser den Patienten und somit auch die weitere Verantwortung. Der Unfallchirurg nimmt eine erste klinische Untersuchung vor, um die Verletzungsschwere zu verifizieren und das weitere diagnostische vorgehen zu planen, der Anästhesist ist weiter bemüht, die Vitalfunktionen aufrecht zu erhalten. Das weitere Vorgehen wird nun abgesprochen . . .
Anmerkung: An dieser Stelle sei empfohlen, dass der Notarzt das Notfallgeschehen, die von ihm festgestellten Verletzungen,
die therapeutischen Maßnahmen, den klinischen Verlauf und
den Zustand bei Übergabe des Patienten im Schockraum noch einmal schriftlich festhält,
denn vieles wird bei der Übergabe nicht ausreichend registriert oder wieder vergessen.
Der Notarzt kann nach kurzer Zeit schon wieder im Einsatz sein und ist für Rückfragen
nicht mehr erreichbar.
Bedenke: Der Notarzt trägt bis zur Übergabe
im Schockraum die alleinige Verantwortung - und muss das auch nachweisen können.